Im Dezember gegen sein Idol?: Nowitzki heiß auf Jordan
zuletzt aktualisiert: 27.09.2001 - 13:07Washington (rpo). Wenn alles rund läuft, erfüllt sich in der Vorweihnachtszeit Dirk Nowitzkis größter Traum. Das Comeback des Weltstars Michael Jordan bei den Washington Wizards macht es möglich. Am 8. Dezember spielt Nowitzki mit den Dallas Mavericks in heimischer Halle gegen den besten Basketballer aller Zeiten.
"Michael Jordan ist Gott. Es wäre das Größte, gegen ihn zu spielen", schwärmte der gebürtige Würzburger unlängst. Das Comeback von "His Airness" . Deshalb hat sich das "German Wunderkind" den 8. Dezember schon jetzt rot im Kalender angestrichen.
Die Freude des 23 Jahre alten deutschen Nationalspielers über die Rückkehr des Ball-Genies und sechsmaligen NBA-Champions teilen allerdings längst nicht alle Basketball-Fachleute. Jordans mehr als dreijährige Auszeit und sein Alter von 38 Jahren bereiten den Experten Sorgen.
"Er war der Beste von uns allen. Zurückzukommen und auf diesem Level weiterzumachen, wird sehr schwer werden. Ich wünsche ihm alles Gute, aber ich glaube, es wird nicht funktionieren", meinte Kareem Abdul-Jabbar, der erfolgreichste NBA-Korbschütze aller Zeiten (38.387 Punkte). "Er wird bestimmt einer der besseren Spieler der Liga sein, aber ein Kaffeekränzchen kann er nicht mehr machen", glaubt Doc Rivers, Headcoach der Orlando Magic.
Die lebende Basketball-Legende Earvin "Magic" Johnson will die Skeptiker dagegen nicht hören: "Er will es machen, also lasst uns auf den Zug aufspringen und ihn anfeuern. Es wird fabelhaft werden, zu sehen, wie er sich gegen die neuen Wunderwaffen schlägt", meinte Johnson, der allerdings überzeugt ist: "80 Prozent von Michael Jordan sind immer noch besser als jeder andere komplette Spieler."
Der erste offizielle Auftritt des "wichtigsten Sportlers des Planeten" (Chicago Times) findet am 30. Oktober bei den New York Knicks im ehrwürdigen Madison Square Garden statt. Am 12. Februar 2002 spielen die Wizards beim amtierenden Champion Los Angeles Lakers. Dort trifft Jordan auf Shaquille O´Neal und Kobe Bryant, die die Rolle Jordans als "Lichtgestalt der Liga" nach dessen zweitem Rücktritt am 14. Juni 1998 auch gemeinsam nur schwer ausfüllen konnten.
Die bislang wenig erfolgreichen Wizard-Spieler (19 Siege und 63 Niederlagen in der vergangenen Saison) können den Beginn des Trainingscamps in Jordans Heimatstadt Willmington in North Carolina (2. bis 10. Oktober) kaum noch erwarten. "Keine Frage, wir werden alle von ihm profitieren", meinte Wizards-Guard Chris Whitney. Jordan musste wegen der Rückkehr zum "Sport, den ich liebe" gemäß NBA-Statuten seinen Besitzanteil an den Wizards von sechs Prozent verkaufen. Den Posten als Sportdirektor gab "MJ" freiwillig auf, damit es nicht zu einem Interessenkonflikt kommt.
Ein Interessenkonflikt ganz anderer Art hatte Jordan wohl vor seiner Entscheidung für ein Comeback bei den Wizards bewältigen müssen. Denn ausgerechnet Phil Jackson, Coach der Lakers und langjähriger Trainer von "His Airness" bei den Chicago Bulls, wollte den Superstar sogar nach Los Anglels holen. Jackson: "Ich wünsche ihm nur das Beste, aber ich bin ein bisschen enttäuscht, dass er nicht zu uns gekommen ist. Meine Einladung steht aber noch."
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