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Düsseldorf
Nowitzki jetzt sechstbester NBA-Werfer aller Zeiten

Düsseldorf. Der Würzburger hat in der ewigen Topscorerliste Shaquille O'Neal überholt - und bleibt bescheiden. Von Patrick Scherer

Es ist der 17. Februar 1999. Dirk Nowitzki tritt in seinem achten Spiel in der amerikanischen Basketball-Profiliga NBA bei den Los Angeles Lakers an. Der damals 20-Jährige erzielt sieben Punkte, insgesamt seine Zähler 53 bis 59 für die Dallas Mavericks. Nowitzki, der in seiner ersten Saison mit den hohen Erwartungen nicht zurecht kommen wird, verliert das Spiel mit 88:101. Eine bereits bestehende NBA-Größe erzielt die meisten Körbe an diesem Tag: Shaquille O'Neal führt Los Angeles zum Sieg. Knapp 17 Jahre später hat O'Neal seine Karriere beendet und Nowitzki sich in den Chroniken an "Shaq" vorbeigeschoben. Mit 22 Punkten beim 119:118 der Mavericks bei den Brooklyn Nets schraubte Nowitzki sein Konto auf 28.609 Zähler. Damit verdrängte der Würzburger O'Neal (28.596) in der ewigen Topscorerliste von Platz sechs.

Dass Nowitzki es mal soweit bringen würde, hatte er 1999 trotz vieler Vorschusslorbeeren nicht geglaubt. "Ich war ein dünner Kerl, hatte eine schlimme Frisur und nicht besonders viel Selbstbewusstsein", sagt er reflektierend. Doch weder Figur oder Haarmode noch fehlendes Zutrauen in seine Fähigkeiten haben Nowitzki daran gehindert, unbeirrt seinen Weg zu gehen. Zusammen mit seinem persönlichen Trainer Holger Geschwindner kreierte er ungewollt den Mythos "German Wunderkind". Ein gewöhnlicher Junge, mit guten Anlagen für das Basketballspiel, der sich mit Disziplin und außergewöhnlichen Trainingsmethoden an die Weltspitze heranarbeitet. Ein Leben, das selbst für die sich selbst überhöhende und sich bis ins kleinste Detail inszenierende amerikanische Sportwelt zu kitschig erscheint. Diese seltene, durch nichts zu erschütternde Bodenständigkeit eines Weltstars macht ihn zum Prototypen eines Vorbilds - fast schon zu perfekt, um echt zu sein.

Nun hat die Nummer 41 einen weiteren Meilenstein abgehakt. Sechstbester Werfer der NBA-Historie. Und was macht Nowitzki? Natürlich natürlich bleiben. "Wenn man mitten im Spiel ist, denkt man anders, dann ist alles, was man will, dieses Spiel auch zu gewinnen", sagt er auf den Rekord angesprochen. Überhebliche Aussagen überlässt Nowitzki anderen. Shaquille O'Neal beispielsweise. Der hatte vor zwei Jahren über den Deutschen gesagt: "So groß wie ich wird er zwar nicht werden, aber er hat seine Sache sehr gut gemacht."

Wie lange Nowitzki, der NBA-Champion von 2011, noch spielt, ist unklar. Sein Vertrag in Dallas endet 2017. Mit einem Tweet am Heiligabend machte er den Texanern auf noch ein paar Jahre mit ihrem Superstar Hoffnung: "Danke für eure Unterstützung. Es war eine unglaubliche Reise, ich hoffe, sie geht noch lange weiter."

Ob Nowitzki in der ewigen Bestenliste dabei noch ein weiterer Schritt nach vorne gelingt, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Wilt Chamberlain liegt mit 31.419 Punkten auf dem fünften Platz - hält Nowitzki seinen aktuellen Schnitt, bräuchte er bis dahin zwei komplette Spielzeiten.

Quelle: RP
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