Wirtschaft soll großen Teil der Summe einbringen: NRW tritt mit Mega-Budget gegen übrige Olympia-Bewerber an
zuletzt aktualisiert: 21.08.2001 - 16:50Düsseldorf (rpo). Nordrhein-Westfalen macht mobil. 45 Millionen Mark will das bevölkerungsreichste Land in die bundesdeutsche Vorausscheidung um die olympischen Sommerspiele 2012 pumpen und damit die Mitbewerber Frankfurt, Hamburg, Leipzig und Stuttgart überrollen.
Ein Großteil der Summe soll von der Wirtschaft an Rhein und Ruhr kommen. "Wir hoffen, dass sie offensiv für Olympia eintritt", sagte NRW-Sportminister Michael Vesper dem Handelsblatt Düsseldorf. Ministerpräsident Wolfgang Clement übernimmt persönlich den Vorsitz im Aufsichtsrat des Bewerbungskomitees "Düsseldorf 2012". Die Landeshauptstadt setzte sich als Namensträger für die Kandidatur gegen Konkurrenten wie Köln, Essen oder Dortmund durch.
Am Mittwoch treffen Clement und Vesper in der Essener Villa Hügel mit führenden Repräsentanten aus 70 Unternehmen zusammen. Gastgeber ist Ex-Krupp-Chef Berthold Beitz, einst Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).
Die Teilnehmerliste liest sich laut Handelsblatt "wie ein Who is Who der unternehmerischen Elite". Geladen sind unter anderem Topmanager von Bayer, Bertelsmann, Henkel, Lufthansa, RWE, Ruhrgas oder Telekom. Vesper: "Wenn wir deutscher Bewerber werden, wird die Welt sieben Jahre lang über uns sprechen."
Deutscher Kandidat soll bis 2003 feststehen
Vor wenigen Tagen hatte Leipzig sein Bewerbungsbudget mit knapp sieben Millionen Mark beziffert. Von den anderen Kandidaten wurden noch keine genauen Zahlen genannt. Das Nationale Olympische Komitee (NOK) will am 3. November in Hamburg entscheiden, ob eine deutsche Stadt ins Rennen um die Spiele 2012 geht, woran aber kaum noch zu zweifeln ist.
Gleichzeitig dürfte vom NOK der Zeitplan für den Vorwahlkampf festgelegt werden. Das IOC vergibt im Herbst 2005 die Spiele 2012. Der deutsche Kandidat soll wahrscheinlich bis 2003 feststehen, um ihm zumindest zwei Jahre Zeit für die internationale Präsentation zu geben.
Das Ruhrgebiet hatte 1993 auf die Bewerbung um die Sommerspiele 2000 zu Gunsten von Berlin verzichtet, das dann gegen Sydney ohne Chance war und schon in der zweiten Runde mit nur neun Stimmen ausschied. Berlin investierte damals über 90 Millionen Mark in seine Kampagne. Nordrhein-Westfalen will insgesamt 100 Millionen Mark aufbringen, wenn es zum deutschen Kandidaten gekürt wird.
Mit der Finanzkraft an Rhein und Ruhr sollte dies das geringste Hindernis sein. Der Grünen-Politiker Vesper zum Handelsblatt: "Wenn die Wirtschaft nicht hinter dem Projekt steht, braucht man gar nicht erst anzutreten."
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