Istanbul und Osaka wohl aus dem Rennen: Olympia 2008: Paris, Peking und Toronto als Favoriten
zuletzt aktualisiert: 15.05.2001 - 15:51Lausanne (rpo). Der Kampf um die Olympischen Sommerspiele 2008 wird am 13. Juli in Moskau zwischen den drei "exzellenten" Bewerbern Paris, Peking und Toronto entschieden, Istanbul und Osaka scheinen aus dem Rennen zu sein.
Dies geht aus dem "technischen Bericht" der IOC-Spezialkommission hervor, der am Dienstag in Lausanne der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees vorgelegt wurde. "Alle drei Kandidaturen weisen hohe Qualität auf, keiner enthält ein größeres Risiko", lautet ein Kernsatz.
Begleitet wurde der Auftakt der heißen Wahlkampfphase vom Kampf um mehr Menschenrechte hinter der "chinesischen Mauer". 6.000 Unterschriften von Exil-Tibetern wurden dem IOC übergeben, auch amerikanische Auslands-Chinesen befanden sich unter den einigen Dutzend Protestanten. Auf Plakaten war zu lesen: "Keine Spiele an eine Diktatur - Freiheit für Tibet vor Olympia in China - Olympische Flamme über Peking eine Schande".
Die Prüfungskommission unter dem Niederländer Hein Verbruggen, Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI, hatte sich auf Anweisung von IOC-Chef Juan Antonio Samaranch auf den rund 100 Seiten jeder "politischen Wertung" strikt enthalten. Dies ist aus Sicht von Walther Tröger kein Manko: "90 Prozent der IOC-Mitglieder denken politisch und bilden sich selbst ihr Urteil", sagte der deutsche NOK-Präsident.
Dem Bericht kommt laut Tröger trotzdem "sehr große Bedeutung" zu, weil erstmals vor einer Wahl ein Reiseverbot für IOC-Mitglieder in Bewerberstädte bestand. Tröger: "Wer die Abstimmung ernst nimmt, muss sich intensiv mit dem Report befassen." Vor der Wahl am 13. Juli in Moskau, dem ersten Tag der Session, bleibt den Kandidaten nur noch eine kurze Präsentation, um die letzten Unentschlossenen zu überzeugen.
Weil die technische Bewertung unter den drei Favoriten "nur geringe Differenzen" nach Meinung der Kommission ergab, spricht letztlich doch viel für eine "politische Wahl". Peking, das um die Spiele 2000 nur mit 43:45 an Sydney gescheitert war, zeigte sich in Lausanne bereit, sogar einen Teil der Wettbewerbe unter dem Motto "ein China" auch auf Taiwan durchzuführen. Vor einigen Wochen hatte selbst der Dalai Lama sich unter Vorbehalt für China ausgesprochen: "Peking hätte die Spiele verdient, wenn dies die Menschenrechte fördert", sagte das 1959 geflohene Oberhaupt der Tibeter.
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