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Tokio
Olympia 2020 in Tokio wird zum Problem

Tokio. Aus Kostengründen sollen Rudern und Kanu-Wettbewerbe nach Südkorea ausgelagert werden.

Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio werden für das Internationale Olympische Komitee (IOC) offenbar immer mehr zum Problemfall. Mitten in eine Pressekonferenz von IOC-Präsident Thomas Bach in der japanischen Hauptstadt platzten Gerüchte, wonach ein Teil der olympischen Wettbewerbe aus Kostengründen nach Südkorea ausgelagert werden soll. Fragen dazu erlaubte Bach nicht, die Pressekonferenz wurde abrupt beendet.

Es verdeutlicht erneut die Schwierigkeiten, mit denen Tokio und das IOC konfrontiert sind, seit die Stadt den Zuschlag für die Ausrichtung der Spiele erhielt. Ein von Monat zu Monat explosionsartig steigender Gesamtetat, der Streit um das angeblich "geklaute" Logo und Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der Spiele hielten und halten alle Beteiligten in Atem. Das Gesamtbudget der Spiele ist mittlerweile bereits auf 28 Milliarden US-Dollar angestiegen und damit viermal so hoch wie festgelegt.

Gestern berichteten japanische Medien übereinstimmend, das IOC ziehe mehrere Verlegungen nach Südkorea in Erwägung. Angeblich handelt es sich dabei um die Ruder- und Kanurennsport-Wettbewerbe, die in Chungju stattfinden sollen. Es wäre die zweite Zusammenarbeit beider Länder bei einem Sportereignis dieser Größenordnung nach der Fußball-WM 2002. Ein Offizieller des Sportministeriums in Seoul versicherte allerdings, dass es bislang noch keine Kontaktaufnahme seitens des IOC gegeben habe: "Wir waren überrascht, denn die Berichte kamen aus heiterem Himmel."

Auch das Nationale Olympische Komitee Südkoreas (KOC), das 1988 in Seoul schon Erfahrungen mit Sommerspielen gemacht hat und momentan die Winterspiele 2018 in Pyeongchang vorbereitet, ist bisher angeblich nicht über die Pläne informiert worden. "Aber wenn das IOC einen Vorschlag machen will, würden sie wahrscheinlich erst den Veranstaltungsort direkt kontaktieren", sagte ein KOC-Funktionär.

IOC-Präsident Bach hatte vor dem Ende der Pressekonferenz über die Ergebnisse seines Treffens mit Tokios Gouverneurin Yuriko Koike berichtet. Man habe zeitnahe Gespräche zwischen dem IOC, der Stadt Tokio, der japanischen Regierung und den Organisatoren der Spiele beschlossen, sagte Bach. Ein von Koike bestelltes Expertengremium hatte kürzlich vor den explodierenden Kosten der Spiele 2020 gewarnt, die Gouverneurin hatte daraufhin drastische Reduzierungsmaßnahmen angekündigt. Die Vierer-Runde, sagte Bach, trete nicht mit dem Ziel an, "festzulegen, wer was bestimmt oder tut. Es wird ein Arbeitskreis sein, der alle bisherigen Maßnahmen und Fakten zusammenträgt und dann die entsprechenden Budgets dazu prüft".

(sid)
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