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Turner nach Alkoholtour suspendiert
Van Gelder geht juristisch gegen Rauswurf vor

Alkohol-Eklat: Yuri van Gelder geht juristisch gegen Rauswurf vor
Yuri van Gelder hatte entgegen der internen Mannschaftsabsprachen das Olympische Dorf verlassen und etwas getrunken. FOTO: dpa, hy ase
Rio de Janeiro. Nach dem Olympia-Ausschluss seines Kunstturners will das Management des ehemaligen Ringe-Weltmeisters Yuri van Gelder (Niederlande) rechtliche Schritte einleiten. Dies kündigten die Manager des 33-Jährigen am Dienstag an, nachdem van Gelder wegen Alkoholkonsums vom Niederländischen Olympische Sportbund NOCNSF nach Hause geschickt worden war.

"Das Reglement, auf das sich Chef de Mission Maurits Hendriks bezieht, besteht nicht. Im Verhaltenscodex des NOCNSF steht nichts über Alkoholkonsum, nur über vorbildhaftes Benehmen", sagten Orlando van den Bosch und Frank van Geloven im niederländischen Radio. Radprofi Bouke Mollema erklärte zudem im Gespräch mit der Zeitung Telegraaf: "Uns ist Alkoholkonsum nicht verboten worden."

Van Gelder hatte sich am Samstag als Siebter für das Gerätefinale qualifiziert. Entgegen der internen Mannschaftsabsprachen hatte er nach der Qualifikation das Olympische Dorf verlassen und etwas getrunken. Erst am nächsten Morgen war er zurückgekehrt. Van Gelder bestätigte den Vorfall.

"Das war eine sehr schwierige Entscheidung. Ich finde es schrecklich für Yuri, aber ein solches Verhalten ist nicht zu akzeptieren", sagte Chef de Mission Hendriks. In Rio de Janeiro nahm van Gelder zum ersten Mal in seiner langen Karriere an Olympischen Spielen teil.

Van Gelder hatte zuvor schon mehrmals für negative Schlagzeilen gesorgt. 2009 wurde er bei den niederländischen Meisterschaften positiv auf Kokain getestet und für ein Jahr gesperrt. Er ließ sich gegen seine Sucht in einer Fachklinik behandeln. 2010 sagte er offiziell aus gesundheitlichen Gründen seinen Start bei der Heim-WM in Rotterdam ab. Durch seine Dopingsperre verpasste er London 2012.

Nach schlechten Erfahrungen mit Olympiateilnehmern in der Vergangenheit, die nach Beendigung ihrer Wettkämpfe über die Stränge schlugen, hatte das NOCNSF für Rio die Teamregeln geändert. Alle Sportler, die ihre Wettkämpfe abgeschlossen und keine Medaille gewonnen haben, müssen die Heimreise antreten. Sie störten zu sehr ihre noch im Wettkampf stehenden Kameraden, hieß es.

(sid)
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