Olympia-Vorschau: Moderner Fünfkampf
zuletzt aktualisiert: 11.07.2008 - 17:24Peking (RPO). Der Moderne Fünfkampf befindet sich bei seinem ständigen Ringen um den Verbleib im Olympischen Programm auf dem schmalen Grat zwischen Tradition und Reform. Auf der einen Seite wuchert die Vielseitigkeitssportart mit dem Pfund, dass kein Geringerer als Pierre de Coubertin als Ideengeber des Modernen Fünfkampfs gilt.
Zudem ist der Pentathlon bestehend aus Schießen, Fechten, Schwimmen, Reiten und Laufen bereits seit den Spielen 1912 in Stockholm olympisch.
Kritiker weisen jedoch auf die Untelegenität und fehlende Popularität hin. Darum sah sich der Internationale Verband für Modernen Fünfkampf UIPM mit dem Darmstädter Klaus Schormann an der Spitze gezwungen, die Sportart zu reformieren.
Nach den Spielen werden die beiden Disziplinen Schießen und 3000-m-Geländelauf in der Art eines Sommer-Biathlons miteinander kombiniert. Fehlschüsse werden mit Strafrunden kompensiert. Mit diesem Reformversprechen sicherte sich der Fünfkampf zumindest bis 2012 in London seine olympische Zukunft.
In Peking kämpfen die Athleten jedoch noch im alten Modus um Medaillen, das heißt, die Punkte aus den Einzeldisziplinen werden addiert. Auf dem Programm stehen die Einzelwettbewerbe der Männer und der Frauen. Die bei einer WM und EM üblichen Staffel- und Teamwettbewerbe entfallen.
Zu den größten Titelfavoriten gehören bei den Männern der Ungar Viktor Horvath, Titelverteidiger Andrej Moissejew und Weltmeister Ilia Frolow (beide Russland).
Bei den Frauen sind Weltmeisterin Amelie Caze (Frankreich) und Aja Medani (Ägypten) hoch einzuschätzen, doch auch Lena Schöneborn aus Bonn rechnet sich nach Silber bei der WM 2007 gute Chancen auf Edelmetall aus.
Die Hoffnungen der deutschen Männer ruhen vor allem auf dem ehemaligen Weltmeister Eric Walther (Berlin), der sich jedoch im März einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen hatte. Ebenfalls für Peking qualifiziert haben sich über die Weltrangliste Steffen Gebhardt (Bensheim) und Eva Trautmann (Darmstadt).
Die Favoriten:
Männer: Viktor Horvath (Ungarn), Andrej Moissejew, Ilia Frolow (beide Russland)
Frauen: Amelie Caze (Frankreich), Aja Medani (Ägypten), Katie Livingston (Großbritannien)
Deutsche Medaillenhoffnungen: Eric Walther (Männer), Lena Schöneborn (Frauen)
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