Olympia: Amerikaner manipulieren Medaillenspiegel
VON KLAUS KRAUSE - zuletzt aktualisiert: 27.08.2008 - 08:04Peking (RPO). Nackt bis unter die Gürtellinie prangt Michael Phelps von der Titelseite des US-Magazins „Sports Illustrated“. Acht Goldmedaillen glänzen über seinem Nabel. „The Alltime Olympian“.
An Phelps können sich die Amerikaner nicht satt sehen. Medaillenspiegel? China 51 x Gold, Vereinigte Staaten 36? Ein schlechter Witz. Lächerliche IOC-Statistik. Skandalös.
Jim Scherr, Geschäftsführer des Nationalen Olympischen Komitees der USA, präsentiert dem staunenden Rest der Welt eine eigene Rechnung. „Es gibt mehr US-Sportler als Teilnehmer von anderen Nationen, die eine Goldmedaille um den Hals tragen, wenn sie nach Hause kommen.“
Mister Scherr kann rechnen. Er multipliziert einfach die Mannschafts- Goldmedaillen mit der Zahl der nominierten Spielerinnen und Spieler. Offizielles Ergebnis: 125 x Gold für USA!
Wo käme Amerika auch hin, würde der Finalsieg der US-Fußballerinnen gegen Brasilien mit einer läppischen Goldmedaille abgespeist statt mit 22? Wer erdreistet sich, die Galavorstellung der US-Basketballer nicht mit zwölf Goldmedaillen zu belohnen? Und ist der famose Sieg der US-Ruderinnen im Achter nicht seine neun Goldmedaillen wert?
Falls es trotz der neuen Rechnung mal nicht reichen sollte für die glorreichen US-Sportler: Auch der Zehnkampfsieger in der Leichtathletik hätte eigentlich zehn Goldmedaillen verdient. Sofern er kein Chinese ist.
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