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Der olympische Geist neigt zur Verklärung

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will die Olympischen Spiele 2032 nach NRW holen. Weil die meisten Sportstätten hier längst gebaut seien, blieben die Kosten im Rahmen. Das Land bekäme einen Investitionsschub vor allem für die Infrastruktur. Und einen weltweiten Imagegewinn obendrein. So die Argumentation. Von Thomas Reisener

Die olympische Marketing-Lawine hat bislang noch jedem Austragungsort vergoldete Straßen und Weltruhm zu Discount-Kosten versprochen. Laut Universität Oxford überstiegen die Kosten die Planung bei den Sommerspielen der Jahre 1960 bis 2012 aber im Schnitt um 252 Prozent. Die Bilder von verrottenden Austragungsstätten in aller Welt karikieren auch die Infrastruktur-Versprechen. München und Hamburg haben schon "Nein, Danke" zu Olympia gesagt. Offenbar denkt man dort, dass Städte ihre Infrastruktur ohne olympisches Drumherum viel effektiver verbessern können.

Allein die Olympia-Bewerbung kostet einen zweistelligen Millionenbetrag. Das Mindeste, was die Sportfreunde in der Landesregierung ihren Bürgern schulden, ist eine vorherige Abstimmung. Vielleicht wollen die meisten in NRW statt Olympia ja viel lieber ihre Ruhe.

Quelle: RP
 
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