| 20.17 Uhr

"Einer unserer größten Momente"
Hahner-Zwillinge verstehen die Aufregung nicht

Rio de Janeiro. Anna und Lisa Hahner hielten Händchen, als sie mit über 21 Minuten Rückstand ins Ziel beim Marathon liefen. Die Zwillinge strahlten, ließen sich feiern – und lösten damit Empörung aus.

Doch als Olympia-Touristen sehen sich die Hahner-Twins nicht, die Aufregung können sie nicht nachvollziehen. "Platz 81 und 82. Definitiv nicht das, was wir uns erhofft haben. Ob wir zufrieden sind? Nein. Das Überqueren der Ziellinie? Dennoch einer unser größten sportlichen Momente", schrieben die Hahner-Twins bei Facebook.

Doch der umstrittene Auftritt wurde für die sonst so gut vermarkteten Zwillinge zum PR-Desaster. Im Internet erlebte das Duo einen Shitstorm, und auch in der Leichtathletik wächst die Kritik an den 26-Jährigen.

Hahner-Zwillinge laufen Hand in Hand ins Ziel FOTO: dpa, nic

"Unter dem Gesichtspunkt eines sportlichen Wettkampfes ist es nur schwer zu verstehen, dass man händchenhaltend ins Ziel läuft. Das passt nicht zu meinem Bild von einem Wettkampf", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop: "Aber jeder Athlet muss wissen, was er tut. Es sind Olympische Spiele, das führt manchmal zu anderen Emotionen und Reaktionen."

So haben sich die "Hahnertwins" auf Facebook geäußert:

Auch die deutsche Serienmeisterin Sabrina Mockenhaupt hatte in einem inzwischen gelöschten Facebook-Beitrag Kritik geübt. Die derzeit verletzte Langstreckenläuferin warf den Hahners vor, sich nicht authentisch zu präsentieren und für die Medien zu inszenieren: "Warum muss man mit aller Gewalt verkaufen wollen, dass man immer lacht und alles immer super ist?"

Am Sonntag waren die Hahners Hand in Hand und jubelnd über die Ziellinie gelaufen. Anschließend feierten sie vor den Kameras mit den estnischen Luik-Drillingen Lili, Leila und Liina, die noch schlechter abgeschnitten hatten.

Vier Jahre hätten sie auf diesen "Moment hingelebt und hintrainiert", schrieben die Hahners nun: "Dafür sind wir im Training an unser Limit und ab und zu auch darüber hinaus gegangen. Die Vorbereitung hatte Höhen und Tiefen." Körperliche Beschwerden machten ihnen offenbar zu schaffen, so dass sie ihre Leistung nicht abrufen konnten.

"Kleine Wehwehchen entwickeln sich über die Dauer zu Beschwerden und irgendwann gewöhnt man sich an die Schmerzen. Zeit zum Auskurieren will man sich nicht geben", hieß es in dem Statement, schließlich stehe das große Ziel Olympia an: "Jetzt werden wir unserem Körper die Ruhe geben, die er schon seit längerem fordert."

(sid)
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