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Kanuslalom
Anton und Benzien verpassen Medaille um 34 Hunderstelsekunden

Kanuslalom: Anton und Benzien verpassen Medaille um 34 Hunderstelsekunden
Franz Anton und Jan Benzien sind knapp an der Bronzemedaille vorbeigeschrammt. FOTO: afp
Rio de Janeiro. Ein Fehler kostet die deutschen Slalom-Kanuten Anton/Benzien die erhoffte Medaille im Canadier-Zweier. Der Frust nach dem historischen Rennen sitzt entsprechend tief.

Zwei vierte Plätze, aber keine einzige Medaille - die deutschen Slalom-Kanuten haben bei den Olympischen Spielen ihre eigenen Ziele verfehlt. Nach den Podestanwärtern Sideris Tasiadis und Hannes Aigner paddelten am Donnerstag in Rio de Janeiro auch die Weltmeister Franz Anton und Jan Benzien im Canadier-Zweier knapp an einer Medaille vorbei. Die Weltmeister aus Leipzig mussten sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.

Pfeifer enttäuscht im Kajak-Einer 

Europameisterin Melanie Pfeifer kam im Kajak-Einer der Frauen nicht über Rang sieben hinaus. Über Gold jubelten stattdessen andere: Bei den Canadiern die Cousins Ladislav und Peter Skantar aus der Slowakei, bei den Kajak-Frauen die Spanierin Maialen Chourraut.

Ein kleiner Fehler an Tor 22 kostete Anton und Benzien die mögliche Medaille, nachdem die beiden Sachsen zuvor bei der Zwischenzeit noch vorn gelegen hatten. "Es war ein einziges Tor, wo wir die Drehung nicht gut hinbekommen haben und schlecht weggekommen sind", schilderte Benzien enttäuscht. "Das ist schon bitter, da drei Sekunden zu verlieren."

Noch im Halbfinale hatten Anton und Benzien die Bestzeit aufgestellt und ihre hohen Ambitionen unterstrichen. Auch im Endlauf lief es bestens - bis zum letzten Aufwärtstor. "Ich dachte, dass es trotz des Fehlers vielleicht noch zum zweiten oder dritten Platz reicht", sagte Benzien. Doch das war nicht der Fall, am Ende fehlten etwas mehr als drei Zehntelsekunden zu Bronze.

Canadier-Zweier wird aus dem Programm gestrichen

Spätestens seit ihrem Weltmeistertitel vergangenes Jahr auf der Olympia-Strecke von 2012 in der Nähe von London zählen die Sachsen zur Weltspitze, doch mit dem größten Erfolg ihrer Karriere konnten sie sich in einem historischen Rennen nicht belohnen: Es war nämlich der letzte olympische Slalom-Wettkampf der Canadier-Zweier.

Nach dem Rio-Großereignis wird die traditionsreiche Wildwasser-Disziplin aus dem olympischen Programm gestrichen und zugunsten der Geschlechtergerechtigkeit durch einen weiteren Frauen-Wettbewerb ersetzt. Der "Gender equality" haben sich sowohl der Kanu-Weltverband ICF als auch das Internationale Olympische Komitee unterworfen - somit müssen möglichst gleich viele Männer- und Frauenwettbewerbe innerhalb einer Sportart ausgetragen werden.

"Da nimmt man natürlich auch Abschiedsschmerz bei den Sportlern wahr", hatte der deutsche Verbandschef Thomas Konietzko im Vorfeld gesagt. "Die Sportler wissen, dass sie ein historisches Rennen vor Augen haben", so Konietzko. Anton hatte von einem "Kindheitstraum" gesprochen, der mit der Olympia-Teilnahme in Rio in Erfüllung gehe. "Jahrelang habe ich drauf hingearbeitet, jetzt hab ich's geschafft." Nur das Happy End blieb aus.

Der Deutsche Kanu-Verband hatte eigentlich zwei Medaillen innerhalb der vier Slalom-Disziplinen angepeilt. Doch die Chancen blieben ungenutzt. Jetzt liegt es an den Rennkanuten, die Bilanz noch aufzupolieren. Insgesamt haben sich die Paddler acht Medaillen in den 16 Kanu-Disziplinen vorgenommen.

(ems/sid)
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