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Spitzensportförderung
DOSB bekommt deutlich weniger Geld als erhofft

Die wichtigsten Punkte der Leistungssport-Reform
Die wichtigsten Punkte der Leistungssport-Reform
Dortmund/Berlin. Der Reform zur Spitzensportförderung droht ein Schlingerkurs: Der deutsche Sport erhält dafür vom Bund deutlich weniger Geld als erhofft. Insgesamt bekommt der Sport 2017 167,1 Millionen Euro - das sind elf Millionen Euro weniger als 2016.

Auch die Nachzahlung aus der Bereinigungssitzung in der Nacht zu Freitag, zu der die Anschubfinanzierung für die Reform gehört, blieb weit unter den Forderungen.

"Aus dem Paket wurden gestern 5,2 Millionen Euro - unsere Vorstellung lag beim Dreifachen", sagte Präsident Alfons Hörmann dem SID über das Ergebnis der Bereinigungssitzung. Dort werden noch einmal besondere Wünsche berücksichtigt, ehe die Haushaltsverhandlungen im Bundestag schließen.

13 bis 15 Millionen Euro wollte Hörmann auf diesem Wege noch herausholen, doch daraus wurde nichts. "Ich bin schon enttäuscht, denn dadurch wird der Start der Reform erschwert", meinte der DOSB-Präsident.

Einige Politiker sahen das anders. "Ich verstehe die große Enttäuschung bei Herrn Hörmann nicht", sagte Martin Gerster, für den Sport im Deutschen Bundestag zuständiger Haushälter der SPD: "Die Reform startet doch erst am 1.1.2018 und muss vom DOSB Anfang Dezember noch beschlossen werden. Außerdem sind 5,2 Millionen Euro eine respektable Größenordnung."

Zum Paket der 5,2 Millionen Euro gehören 700.000 Euro, die für das neue System zur Spitzensportförderung PotAS vorgesehen sind. Außerdem wurden drei Millionen Euro für die neuen olympischen Sportarten (Baseball/Softball, Karate, Sportklettern, Skateboard und Surfen) sowie 1,5 Millionen Euro für den Behindertensport genehmigt. Die beiden Posten seien, so der DOSB, auch mit der neuen Reform verbunden.

Hörmann hofft nun noch auf weitere Zuwendungen. "Wir sind mit Bundesinnenminister de Maizière nächste Woche wieder an einem Tisch und werden auch in Zukunft noch zahlreiche Male über die Mittel sprechen", sagte der DOSB-Präsident.

Weitere finanzielle Probleme könnten auf den DOSB zukommen, wenn sich der deutsche Sport dazu entschließt, an den Europaspielen im weißrussischen Minsk 2019 teilzunehmen. Der Bund verweigerte eine Übernahme von Entsendungskosten, die er normalerweile bei großen Veranstaltungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) übernimmt.

"Eine Zuwendung zu den Entsendungskosten für die European Games im Jahr 2019 ist seitens der Bundesregierung nicht beabsichtigt. Haushaltsmittel sind darum im Aufstellungsverfahren für das Jahr 2018 nicht berücksichtigt", teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage von Özcan Mutlu, sportpolitischer Sprecher von Die Grünen/Bündnis 90, mit.

Für die ersten Europaspiele 2015 in Baku hatte der Bund noch 500.000 Euro an Entsendungskosten gezahlt. "Wir wissen nichts von der Entscheidung der Bundesregierung", sagte Hörmann auf SID-Anfrage.

Das BMI wies darauf hin, dass die Entscheidung, wo welche Sportveranstaltungen ausgetragen werden, allein den Sportverbänden obliege und man zu diesem Thema keine Stellung nehmen wolle. Tatsache ist aber auch, dass Berlin in den vergangenen Jahren mehrfach die politischen Verhältnisse in Weißrussland um den autoritären Staatschef Alexander Lukaschenko kritisiert hatte.

(sid)
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