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Nominierung für Rio
Hrubesch macht aus Olympia-Kader großes Geheimnis

Porträt: Horst Hrubesch – Kopfballungeheuer und Trainer-Phänomen
Porträt: Horst Hrubesch – Kopfballungeheuer und Trainer-Phänomen FOTO: dpa, pse fpt hak jhe
Frankfurt/Main . Das Olympia-Puzzle von Horst Hrubesch braucht mehr Zeit als gedacht: Nach langen Verhandlungen mit den Klubs verschob der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag die Bekanntgabe seines 18-köpfigen Männer-Kaders für den Kampf um Gold in Brasilien (4. bis 20. August) überraschend um einen Tag.

Wie befürchtet wird die Zusammenstellung des Aufgebots somit zu einer schwierigen Geburt.

"In den vergangenen Wochen haben wir viele persönliche Gespräche und unzählige Telefonate geführt, um trotz der schwierigen Nominierung eine starke Mannschaft nach Brasilien zu schicken. Ich möchte die beste Lösung für den DFB erreichen und unsere Entscheidung eng mit den Spielern und Vereinen abstimmen", sagte DFB-Sportdirektor Hansi Flick.

Gemeinsam mit Horst Hrubesch habe er daher die Entscheidung getroffen, den Kader erst am Freitag um 12 Uhr bekanntzugeben, so Flick. Da der DFB die Olympia-Mannschaften der Männer und Frauen gemeinsam bekanntgeben möchte, verschob sich auch die Nominierung des Frauen-Teams.

Zuletzt hatte es wochenlange Verhandlungen zwischen dem DFB und den Bundesliga-Klubs gegeben, die in der Saison-Vorbereitung maximal auf je zwei Spieler verzichten wollen. Eine Abstellpflicht besteht nicht. Betroffen sind unter anderem der 1. FC Köln (Timo Horn, Dominique Heintz und Leonardo Bittencourt) und Schalke 04 (Johannes Geis, Max Meyer und Leon Goretzka), die jeweils drei Kandidaten im Rennen haben.

Kritische Töne hatte es unter anderem von RB Leipzig gegeben. Beim Aufsteiger kommen Davie Selke und Lukas Klostermann als Olympia-Fahrer in Frage. "Wir stellen ab, wenn alle Vereine abstellen. Wenn das nicht der Fall ist, werden wir das auch nicht tun", hatte Sportdirektor Ralf Rangnick gesagt.

Offen war beispielsweise, ob Niklas Stark und Mitchell Weiser nach Rio fahren dürfen, obwohl Hertha BSC zeitgleich in der Qualifikation zur Europa League antreten muss. Auch über eine Freigabe von Amin Younes, der mit Ajax Amsterdam in den Play-offs zur Champions League im Einsatz ist, gab es keine Informationen. Borussia Mönchengladbach hatte bereits vor Wochen erklärt, wegen der Königsklassen-Qualifikation seinem Mittelfeldspieler Mahmoud Dahoud keine Freigabe zu erteilen.

Hrubesch darf für die erste Olympia-Teilnahme eines deutschen Männer-Teams seit der Bronzemedaille 1988 in Seoul insgesamt drei Spieler nominieren, die vor dem 1. Januar 1993 geboren sind. Die übrigen Akteure müssen jünger sein. Als sicher gilt unter anderem die Nominierung von Julian Brandt und Lars Bender (beide Bayer Leverkusen).

In Brasilien trifft das DFB-Team in der Vorrunde auf Olympiasieger Mexiko (4. August), Südkorea (7. August) und Fidschi (10. August). Der Abflug erfolgt nach einer nur dreitägigen Vorbereitung am 30. Juli ab Frankfurt.

(sid)
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