Trotz Sieg: Kiefer trotzt dem Horrorwetter
zuletzt aktualisiert: 11.08.2008 - 21:49Peking (RPO). Die beste Nachricht am Montag erreichte Nicolas Kiefer bei einem Blick auf die Wettervorhersage. Für Dienstag war "nur" eine Luftfeuchtigkeit von 74 Prozent angesagt. Sein Zweitrundenmatch beim Olympiaturnier in Peking gegen den Südafrikaner Kevin Anderson konnte er somit unter fast normalen Verhältnissen angehen.
Ganz anders am Montag: Als der Hannoveraner sein Auftaktspiel gegen den Weißrussen Max Mirnji mit einem 6:3, 6:1 beendet hatte, herrschte eine Luftfeuchtigkeit von 95 Prozent in der Olympiastadt. "Das sind hier mit Abstand die schlimmsten Bedingungen, unter denen ich jemals gespielt habe", stöhnte der Niedersachse.
Auch Rainer Schüttler musste am späten Nachmittag in seinem ersten Spiel gegen das japanische Talent Kei Nishikori die fast unerträgliche Waschküche im Olympic Tenniscenter überstehen. Das ursprünglich schon am Sonntag angesetzte Doppel der beiden Deutschen bei den Spielen gegen die Österreicher Jürgen Melzer/Julian Knowle war nach dem Regenchaos vom Vortag noch einmal auf Dienstag verschoben worden.
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Kiefer war erleichtert, dass er nicht noch ein zweites Match unter Extrem-Bedingungen bestreiten musste: "Die sind sicherlich der Gesundheit nicht förderlich." Der topgesetzte Roger Federer schlug nach seinem 6:4, 6:2 gegen den Russen Dimitri Tursunow in die gleiche Kerbe. "Die Hitze ist nicht das Problem, das haben wir auch in Amerika oder Australien", sagte der Schweizer, "aber ich kenne keinen anderen Platz, wo es so schwül ist."
Federer musste am Montag sein komplettes Match bestreiten, auch er war wie Kiefer ursprünglich für Sonntag angesetzt. Er folgte seinem großen Rivalen Rafael Nadal in die zweite Runde, der sich beim 6:2, 3:6, 6:2 über Potito Starace (Italien) schwer tat. "Ich musste alle zehn Minuten mein Hemd wechseln und mir ein Mittel in die Hand schmieren, damit ich nicht den Schläger verliere", sagte der künftige Weltranglisten-Erste, "die Schwüle ist wirklich ein Problem."
Kiefer erlebte innerhalb von 22 Stunden zwei vollkommen unterschiedliche Klimazonen. Als sein Match am Sonntag nach dem ersten Satz abgebrochen werden musste, zuckten bereits die Blitze am Himmel, der Donner grollte, es waren nur noch angenehme 24 Grad. Tags drauf knallte die Sonne wieder unerbittlich vom Himmel.
Sportliche Probleme mit dem Doppelspezialisten aus Weißrussland hatte er allerdings an beiden Tagen nicht. Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen lobte: "Er hat sehr überzeugend gespielt." Der 31-Jährige selbst war allerdings weniger zufrieden: "Am Sonntag war der Aufschlag da, die Returns waren nicht so gut, Montag war es genau umgekehrt." Dennoch schien er nie ernsthaft in Gefahr, das Match zu verlieren: "Man muss sich nach und nach durch die ersten Tage durchlügen. Gut spielen und gewinnen kann jeder."
"Kiwi" möchte möglichst lange in Peking bleiben und seine dritten Olympischen Spiele genießen. Mit Kühnen und Schüttler wohnt er im Olympischen Dorf in einer Dreier-WG. Gegenüber sind die Beach-Volleyballerinnen, im Stockwerk unter den Tennisprofis schlafen die Wasserballer - oder auch nicht: "Da ist immer Rambo Zambo." Das Dorf in Peking muss überragend sein, Kiefer ist nicht der einzige der schwärmt: "Das ist mit Abstand das beste bisher. Man schläft aber auch viel weniger als normalerweise."
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