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Deutsche Fußballer bei Olympia
Nach dem 10:0 gegen Fidschi soll jetzt die Schmach getilgt werden

Deutsche Fußballer siegen zweistellig gegen Fidschi
Deutsche Fußballer siegen zweistellig gegen Fidschi FOTO: afp
Belo Horizonte . Der Traum von Gold lebt, doch jetzt wartet auf die deutschen Fußballer Portugal. Das weckt böse Erinnerungen.

Im Hofbräuhaus von Belo Horizonte stießen die deutschen Fußballer auf ihre 10:0-Gala gegen Fidschi an, bei bester Stimmung genossen Fünffach-Torschütze Nils Petersen und Co. Leberkäs, Wiener Schnitzel und "Obatzda com Pretzel". Viel Zeit zum Schunkeln blieb indes nicht. Schon am Donnerstag hob der DFB-Tross in Richtung Brasilia ab, wo im Viertelfinale ein alter Bekannter wartet.

"Deutschland hat mit Portugal noch eine Rechnung offen. Wie ich den Trainer kenne, ist er auch ein bisschen heiß darauf, die Schmach vergessen zu machen", sagte Petersen und spielte auf das deftige 0:5 im Halbfinale der U21-EM 2015 an. Zwar sind neben Coach Horst Hrubesch nur Matthias Ginter, Serge Gnabry, Timo Horn und Max Meyer noch immer im Team, ein Thema ist jene Pleite dennoch.

"Natürlich steckt das irgendwo in den Hinterköpfen. Jetzt wollen wir Portugal beweisen, dass wir es auch können - und dann ins Halbfinale kommen", sagte Gnabry mit Blick auf die Begegnung am Samstag (18 Uhr MESZ/Live-Ticker). Gelingt gegen den Nachwuchs des neuen Europameisters die Revanche, ist die Olympia-Medaille zum Greifen nah.

Rundum zufrieden war das DFB-Team indes trotz des höchsten Sieges einer deutschen Olympia-Mannschaft seit 1912 nicht. Lange war der Gruppensieg und damit ein Viertelfinale gegen Honduras möglich, dann aber erzielte Südkorea im Parallelspiel gegen Mexiko das 1:0. "Wenn das Spiel unentschieden ausgegangen wäre, hätten wir nicht reisen müssen", sagte Hrubesch: "Aber in Brasilia haben wir ein tolles Hotel. Da kann man auch mal an den Pool gehen und regenerieren."

Petersen freut sich über jedes einzelne Tor

Erholung ist auch dringend nötig, um die Hürde Portugal zu nehmen. Dabei helfen will auch "Tormaschine" Petersen. Der Stürmer von Aufsteiger SC Freiburg führt gemeinsam mit Gnabry die Torjägerliste des Turniers mit fünf Treffern an. "Diese fünf Tore kann mir keiner nehmen. Ich weiß, dass viele sagen: Ach, gegen Fidschi. Aber ich freue mich über jedes einzelne Tor", sagte der ehemalige Bayern-Stürmer, der im Urlaub im Yosemite Nationalpark von seiner überraschenden Nominierung erfahren hatte.

Möglicherweise wird Petersen seinen Platz in der Startelf aber auch wieder für Davie Selke von Mitaufsteiger RB Leipzig räumen müssen. Für den Strafraum-Wühler alter Schule wäre das kein Problem. "Davie und ich mögen und respektieren uns", sagte Petersen, der dennoch betonte, er habe sich gegen Fidschi "ins Rampenlicht gespielt". Sein Fazit: "Mal schauen, was der Trainer für Schlüsse daraus zieht."

Besagter Hrubesch freute sich zunächst aber auf das "schöne" Brasilia und ein Wiedersehen mit Portugal im doppelten Sinne. Schon im Hotel in Belo Horizonte waren sich beide Teams begegnet, da auch die Iberer ihr letztes Gruppenspiel gegen Algerien (1:1) im Mineirao-Stadion bestritten. "Da haben wir gesagt: Bis in drei Tagen, da geht's los", sagte Hrubesch und fügte grinsend an: "So freundlich sahen die dann auch nicht aus."

Kein Zweifel: Der Hunger auf Erfolg ist im deutschen Team noch lange nicht gestillt. Trotz Leberkäs und Wiener Schnitzel.

(sid)
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