Nach Vorrunden-Aus: Nowitzki denkt an Rücktritt
zuletzt aktualisiert: 16.08.2008 - 18:37Peking (RPO). Die deutschen Basketballer sind in der Vorrunde des olympischen Turniers gescheitert. Die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann unterlag Gastgeber China im Endspiel um den Einzug ins Viertelfinale nach einem desolaten dritten Viertel mit 55:59 (31:27).
Nach dem bitteren Vorrunden-Aus nimmt Nowitzki eine Auszeit von Nationalteam. Ob es sogar der endgültige Abschied aus der DBB-Auswahl nach über elf Jahren sein wird, ließ der 30-Jährige offen.
Enttäuscht und ausgelaugt erklärte der 30-Jährige nach der Niederlage gegen China und dem verpassten Einzug ins Viertelfinale des olympischen Turniers: "Wenn man sich seinen Traum erfüllt hat und hier mit der Fahne ins Stadion eingezogen ist, dann ist es nur schwer vorstellbar, eine EM in Polen zu spielen."
In ihrem Abschiedsspiel trifft die DBB-Auswahl am Montag (20 Uhr Ortszeit/14 Uhr MESZ) auf die NBA-Stars der USA. Die Amerikaner haben sich ebenso für die Runde der letzten Acht qualifiziert wie Weltmeister Spanien, Griechenland und China.
"Ich habe verschossen"
Allerdings hätte sich Nowitzki, mit 24 Punkten einmal mehr bester Werfer der deutschen Korbjäger, einen schöneren - zumindest vorläufigen - Abschied gewünscht. "Wir haben unser Minimalziel verpasst. Die Chance war zwar da, aber ich habe die verschossen, die ich sonst reinmache", klagte der sechsmalige NBA-Allstar: "Es war ein langer Sommer, da fehlt dann am Ende auch die Kraft."
Gekämpft, aber schwach gespielt und zu wenig getroffen (33 Prozent) - so könnte das Fazit der 40 Minuten gegen den Olympia-Gastgeber lauten. Unter dem Strich ist die "Mission Olympia" am Montag mit dem Duell gegen die USA beendet. "Da wollen wir noch einmal alles geben", fügte Nowitzki hinzu.
Auch DBB-Coach Bauermann hatte eine realistische Chance zum Sieg gegen die Chinesen ausgemacht: "Aber wenn in der Schlussphase ein Schrittfehler und ein Offensivfoul gegen Dirk Nowitzki gepfiffen werden, wird es schwer." Chinas 2,29 m langer Hüne Yao Ming freute sich derweil über einen "großen Tag für China", das sich in der Gruppe B neben den USA, Weltmeister Spanien und Griechenland für die Runde der letzten Acht qualifiziert hat.
In einer spannenden Schlussphase vor 16.000 Zuschauern hatte die deutsche Mannschaft sogar den Sieg in der Hand. 18 Sekunden vor dem Ende schaute der Ball beim Stand von 55:58 bei einem Drei-Punkte-Wurf von Nowitzki schon in den Korb, sprang dann aber wieder hinaus. Auf der Gegenseite machten die Gastgeber alles klar.
Bauermann wollte seinen Spielern keinen Vorwurf machen: "Wenn es um den Einzug in ein Viertelfinale geht, ist es immer ein Kampf auf Biegen und Brechen. Da ist das Händchen nicht mehr so locker." Die Mannschaft habe dennoch eine tolle Leistung gezeigt, gefightet und immer an sich geglaubt.
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