| 23.22 Uhr

Aus in Runde eins
Petkovics Olympia-Traum schon beendet

Petkovic scheitert in Runde eins
Petkovic scheitert in Runde eins FOTO: dpa, nic
Rio de Janeiro. Bei ihrer Olympia-Premiere am Zuckerhut erlebte Andrea Petkovic ein Wechselbad der Gefühle. Erst zauberte die Tennisspielerin aus Darmstadt, dann schimpfte sie - am Ende schied Petkovic bei ungewohnter Geisterstimmung in der Stahlrohr-Arena aus.

Mit Selbstkritik sparte Petkovic nach dem 6:2, 1:6, 3:6 gegen die an Position 15 gesetzte Ukrainerin Jelina Switolina nicht. "Ich bin sehr enttäuscht, weil ich mir selbst ein Bein gestellt habe. Ich habe im zweiten Satz den Rhythmus beim Aufschlag verloren und mich dadurch komplett rausgebracht", sagte die Fed-Cup-Spielerin und haderte: "So ein Hänger darf nicht passieren."

Zuvor war Annika Beck (Bonn) in der Auftaktrunde mit 6:7 (5:7), 1:6 an der 18-jährigen Kroatin Ana Konjuh gescheitert. Auch das Doppel Anna-Lena Grönefeld/Laura Siegemund (Nordhorn/Metzingen) verabschiedete sich nach dem 1:6, 4:6 gegen Swetlana Kusnezowa/Darja Kasatkina (Russland) frühzeitig. Ein denkbar schlechter Auftakt für die deutschen Tennisfrauen - nun ruhen die Hoffnungen auf Melbourne-Siegerin Angelique Kerber (Kiel/Nr. 2), die am Sonntag eingreift.

Petkovic begann bärenstark und leistetet sich kaum Fehler. Im zweiten Satz riss der Faden aber komplett, die Nummer 40 der Welt haderte unter anderem mit ihrem Service. Nach einem weiteren Break zum 1:4-Rückstand blieb Petkovic trotz des anstehenden Wechsels auf dem Court stehen und schlug einen Übungs-Aufschlag über das Netz.

Im entscheidendenden Durchgang gelang Switolina das entscheidende Break zur 5:3-Führung, wenig später beendete sie das Match. Petkovic, deren Saison bislang enttäuschend verläuft, verließ den Court winkend und mit einem gequälten Lächeln im Gesicht.

Petkovic hatte am Abend zuvor schweren Herzens auf eine Teilnahme an der Eröffnungsfeier verzichtet. "Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen, aber es war mir zu riskant, deswegen am nächsten Tag nicht fit zu sein", sagte die deutsche Nummer drei dem SID. Die Sommerspiele 2012 in London hatte sie wegen einer Knöchel-Verletzung verpasst.

Auch ihre Olympia-Premiere hatte alles andere als reibungslos begonnen. Die Anreise aus Montreal wurde zur Odyssee, weil ihre Koffer verloren gegangen waren. "Ich musste dann drei Tage mit demselben BH trainieren", berichtete Petkovic, die selbst überrascht darüber war, wie sehr sie die Atmosphäre im Olympischen Dorf berührt: "Wir Tennisspieler werden dort auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt."

Petkovic kann nun noch auf das Doppel hoffen. Dort trifft sie mit Angelique Kerber am Sonntag auf die Italienerinnen Sara Errani/Roberta Vinci. Petkovic nennt die deutsche Kombination "das schlechteste Doppel der Welt". Natürlich nur zum Spaß. "Wir verstehen uns, sind von hinten gut und am Netz okay. Wenn wir einen guten Tag erwischen, sind wir für Überraschungen gut", sagte sie.

Am Samstag sind aus deutscher Sicht auch noch Philipp Kohlschreiber (Augsburg/Nr. 13) und Jan-Lennard Struff (Warstein) im Einsatz.

(seeg/sid)
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