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Halbfinal-Aus und Höchststrafe
Für eine Olympia-Medaille muss sich Kerber steigern

Kerber verpatzt Olympia-Generalprobe
Kerber verpatzt Olympia-Generalprobe FOTO: dpa, ap ks
Montreal. Angelique Kerber verpatzte ihre Olympia-Generalprobe. Die Medaillenhoffnung kassierte bei ihrem Halbfinalaus in Montréal gegen Simona Halep im ersten Satz sogar die Höchststrafe.

Angelique Kerber winkte nach der verpatzten Olympia-Generalprobe noch einmal kurz ins weite Rund, dann verließ sie das vollbesetzte Uniprix Stadium von Montréal mit hängendem Kopf. Besonders die Höchststrafe im Auftaktdurchgang setzte der deutschen Medaillenhoffnung bei der 0:6, 6:3, 2:6-Halbfinalniederlage beim WTA-Premierturnier gegen Simona Halep (Rumänien/Nr. 5) spürbar zu. 

"Ich habe einfach versucht, diesen ersten Satz, diese ersten 30 Minuten zu vergessen", sagte die Weltranglistenzweite Kerber, der in einem Match mit verrückten Höhen und Tiefen insgesamt 52 unerzwungene Fehler unterliefen. Für ihre Verhältnisse ein krasser Wert. Zum Vergleich: Im gewonnenen Australian-Open-Finale gegen Branchenführerin Serena Williams (USA) erlaubte sich die Kielerin in drei Sätzen gerade einmal 13 "unforced errors".

Bundestrainerin Barbara Rittner sieht trotz der spielerischen Achterbahnfahrt ihrer Nummer eins keinen Grund zur Beunruhigung. "Angie ist fit und gesund. Sie ist mit den Matches von Montréal gut vorbereitet für Rio", sagte Rittner dem SID: "Wichtig war es für sie, vor Olympia noch ein paar Spiele auf Hartplatz zu bestreiten." Auch im Kampf um die Medaillen im neuen Tennis-Zentrum von Barra da Tijuca wird ab 6. August auf diesem Belag gespielt.

Tennis in Rio: Fragen und Antworten

Wimbledon-Finalistin Kerber machte sich trotz des verpassten Finals beim Rogers Cup voller Zuversicht und Vorfreude auf den Weg in Richtung Zuckerhut. "Olympia hat eine unglaublich große Bedeutung für mich. Als ich mit der ganzen Mannschaft bei meinen ersten Spielen 2012 in London ins Stadion gelaufen bin, das war Gänsehaut pur. Es war das absolut beste Gefühl", sagte die Linkshänderin im SID-Interview: "Ich möchte eine Medaille gewinnen - Gold wäre ein absoluter Traum."

Kerber macht zu viele Fehler

Fotos: Angelique Kerber – die Nummer eins im Damen-Tennis FOTO: ap, JJ PM FF

Die Hoffnung auf ihren insgesamt zehnten Turniersieg wurden im Duell mit der neuen Weltranglistendritten Halep bereits im ersten Durchgang empfindlich erschüttert. Kerber unterliefen dabei 20 unerzwungene Fehler (Halep: 2), sie gewann nach ihrem zweiten Aufschlag keinen Punkt.

Als die 28-Jährige nach der Höchststrafe (0:6) von ihrem herbeigerufenen Coach Torben Beltz ermuntert wurde, offensiver zu agieren, entgegnete Kerber frustriert: "Aggressiver spielen geht nicht, weil ich ja nur Fehler mache." Zuletzt hatte sie im Februar 2015 in Doha einen Satz zu Null abgegeben.

Doch die Fed-Cup-Spielerin, die die vorherigen beiden Duelle mit Halep gewonnen hatte, steigerte sich erheblich. Kerber holte sich gleich zu Beginn des zweiten Satzes und nach knapp 30 Minuten ihr erstes Spiel im gesamten Match. Die Rumänin feuerte in der Folge sogar ihr Racket auf den Boden, weil Kerber immer stärker wurde und auch im entscheidenden Durchgang schnell mit 2:0 führte. "Ich hatte mir vorgenommen, einfach nur noch Punkt für Punkt zu spielen. Ich habe ja in der Vergangenheit schon bewiesen, dass ich Matches drehen kann", sagte sie.

Danach allerdings agierte Kerber nicht entschlossen genug und verlor - wie zu Beginn - sechs Spiele in Folge. Und damit die Partie. Auf Halep kann die Melbourne-Siegerin in Rio nicht wieder treffen. Die Rumänin, die das Finale von Montréal gegen Madison Keys (USA/Nr. 10) bestreitet, hat ihre Olympia-Teilnahme aus Angst vor dem Zika-Virus abgesagt.

(sid)
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