| 13.33 Uhr

Flaggschiff bei Olympia
Auf den Deutschland-Achter wartet ein Dreikampf um Gold

Müllreste trüben erstes Training des Deutschland-Achters
Müllreste trüben erstes Training des Deutschland-Achters FOTO: dpa, nic
Rio de Janeiro . Der Deutschland-Achter will seinen Olympiasieg von London wiederholen. Favorit ist das deutsche Flaggschiff bei der am Samstag startenden Regatta aber nicht.

Eine intensive Trainingseinheit in den Morgenstunden, ein vorgezogenes Mittagessen an der Regattastrecke, dann ging es für die Athleten des Deutschland-Achters ins Olympische Dorf zurück. Während die großen Konkurrenten aus den Niederlanden und Großbritannien noch ihre Bahnen auf der Lagoa Rodrigo de Freitas zogen, quälte sich die Crew um Schlagmann Hannes Ocik schon wieder durch den dichten Verkehr von Rio de Janeiro.

Die Autos und Busse auf den Straßen der brasilianischen Metropole sollen aber das einzige Hindernis bleiben. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) will bei der am Samstag startenden olympischen Regatta wie schon in London Gold gewinnen.

"Wenn ich daran denke, bekomme ich heute immer noch eine Gänsehaut. Aber jetzt wollen wir unsere eigene Geschichte schreiben", sagte der Schweriner Ocik, der bei den Sommerspielen vor vier Jahren bei der emotionalen Goldfahrt des Deutschland-Achters auf der Tribüne saß.

Deutschland-Achter nicht der Top-Favorit

Die Vorzeichen haben sich allerdings verändert. In London ging das damals seit vier Jahren ungeschlagene deutsche Großboot nach drei WM-Titeln in Serie als Top-Favorit an den Start und hielt dem Druck stand. Auf WM-Gold wartet der Deutschland-Achter seit fünf Jahren vergeblich, zudem gab es beim wegweisenden Weltcup in Luzern Ende Mai eine empfindliche Niederlage gegen die Niederlande.

"Holland ist der große Favorit", sagte Achter-Trainer Ralf Holtmeyer vor Rio immer wieder. Weltmeister Großbritannien ist ebenfalls bärenstark. "Ich sehe in erster Linie diesen Dreikampf", sagte Ocik.

Kurz vor dem Start ist die Stimmung im Deutschland-Achter aber entspannt. "Nur der Verkehr nervt. Teilweise haben wir 80 Minuten bis zur Strecke gebraucht", sagte Eric Johannesen. Der Hamburger ist einer von vier Ruderern, die auch vor vier Jahren in London im Goldboot saßen. Hinzu kommt Steuermann Martin Sauer (Berlin).

Im Kielwasser des Paradeboots wollen die deutschen Ruderer am Fuße des Berges Corcovado mit der monumentalen Christus-Statue bis zu vier Medaillen aus dem Wasser fischen. "Besonders in den Großbooten haben wir gute Möglichkeiten", sagte DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock.

Neben dem Achter zählen die Doppelvierer bei den Männern und Frauen zu den größten Hoffnungen. "Der Titel ist unser großes Ziel", sagte Doppelvierer-Schlagfrau Lisa Schmidla (Krefeld). Im Frauen-Bereich wartet der DRV seit zwölf Jahren auf olympisches Gold.

Bei den Spielen 2004 in Athen holte unter anderem Kathrin Boron Gold im Doppelvierer. Die viermalige Olympiasiegerin brachte es auf insgesamt fünf Teilnahmen an Sommerspielen. Marcel Hacker zieht in Rio mit Boron gleich. Der 39-Jährige geht nach vier Olympia-Starts im Einer erstmals nicht alleine auf Medaillenjagd. Der Magdeburger greift im Doppelzweier mit Stephan Krüger (Rostock) nach Edelmetall. Insgesamt ist der DRV in zehn der 14 Bootsklassen vertreten. Im Einer wird erstmals seit 64 Jahren kein deutscher Ruderer an den Start gehen.

(sid)
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