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DFB-Team bei Olympia
Bender-Zwillinge verwirren Mitspieler – bald auch die Gegner?

Olympia 2016: Bender-Zwillinge verwirren Mitspieler – und auch die Gegner?
Lars und Sven Bender im Jahr 2012. Bei Olympia sind sie wieder vereint. FOTO: dpa
Salvador da Bahia. Die Zwillinge Sven und Lars Bender sind bei Olympia wieder vereint. In Brasilien teilt sich das Duo ein Doppelzimmer - und sorgt bei den Mitspielern für Verwirrung.

Zumindest Horst Hrubesch hat bei der Unterscheidung von Lars und Sven Bender keine Probleme. "Ich erkenne sie an der Nasenspitze", sagt der Trainer der deutschen Olympia-Fußballer über die eineiigen Zwillinge, "nach zwei Länderspielen habe ich gewusst, wer Lars und wer Sven ist." Hrubesch kennt die Benders schon eine ganze Weile: Mit beiden wurde er 2008 U19-Europameister, in Brasilien plant er den nächsten Coup.

Bis 2009 verlief die Karriere der Bender-Brüder identisch, dann trennten sich die Wege der Zwillinge aus dem Chiemgau: Den zwölf Minuten jüngeren Sven zog es zu Borussia Dortmund, Lars zu Bayer Leverkusen. Als Hrubesch für Olympia eine Familien-Zusammenführung anbot, war die Entscheidung schnell gefallen. "Man weiß schließlich nie, wie oft man noch dazu kommt", sagt Sven Bender.

Kaum zu unterscheiden

Für Verwirrung sorgt das Duo, das sogar bei der Frisur den gleichen Geschmack hat, dennoch so manches Mal. "Ich weiß nicht, wie ich die beiden unterscheiden soll", sagte Torhüter Timo Horn bei DFB-TV und ergänzte lachend: "Ich muss mal nachfragen, vielleicht hat einer ein besonderes Merkmal. Bisher ist es mir jedenfalls sehr schwer gefallen."

In Brasilien bilden die 27-Jährigen wenig überraschend eine WG, ganz so wie früher beim TSV Brannenburg, der SpVgg Unterhaching oder 1860 München. "Das letzte Mal, dass wir ein Doppelzimmer hatten, war in der U19. Momentan funktioniert es noch ganz gut", sagt Sven und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: "Was keiner weiß: Eigentlich verstehen wir uns überhaupt nicht."

Auch dieser Humor war es, der Hrubesch bei der Suche nach den drei erlaubten älteren Spielern für sein Team nicht lange zögern ließ. "Ich weiß, was das für Typen sind, und dass sie hinter der ganzen Geschichte stehen. Das war auch meine Überlegung. Ich habe sie gefragt, und keiner von beiden hat länger als zwei Sekunden überlegt", sagt der DFB-Trainer vor dem ersten Gruppenspiel am Donnerstag (22 Uhr/Live-Ticker) in Salvador gegen Mexiko.

Gegen den Olympiasieger aus Mittelamerika wollen die Bender-Zwillinge den Grundstein zu einer ähnlichen Erfolgsgeschichte wie 2008 bei der U19-EM legen. "Ich werde mein Leben lang erzählen können, dass ich bei Olympia dabei war", sagt Sven (7 Länderspiele), der trotz einer vorherigen China-Reise mit dem BVB auch von Trainer Thomas Tuchel Unterstützung für die Olympia-Teilnahme erhielt: "Der Trainer hat gesagt: Ergreife die Chance."

Auch Lars (19 Länderspiele) will in Brasilien "etwas für die Ewigkeit" schaffen, auch wenn die Vorbereitung auf das Mexiko-Spiel "begrenzt" war, wie er am Montag zugab. Womöglich hilft den Zwillingen im Mittelfeld ja auch ein wenig ihre Ähnlichkeit. Beim Gegner dürften Lars und Sven Bender jedenfalls noch deutlich mehr Verwirrung stiften als in der eigenen Mannschaft.

(sid)
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