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Leichtathletik in Rio
Obergföll müht sich ins Finale – Klischina ohne Probleme weiter

Russlands einzige Leichtathletin Klischina springt ins Finale
Russlands einzige Leichtathletin Klischina springt ins Finale FOTO: dpa, hpl
Rio de Janeiro. Christina Obergföll hat sich bei ihrem letzten internationalen Großereignis ins olympische Speerwurf-Finale gezittert, der erste Auftritt der umstrittenen russischen Weitspringerin Darja Klischina verlief derweil bemerkenswert unspektakulär.

Während Klischina, die ihren Start in Rio de Janeiro eingeklagt hatte, problemlos die Qualifikation überstand, stand Ex-Weltmeisterin Obergföll kurz vor dem Aus.

Im mit nur rund 15.000 Zuschauern peinlich schlecht gefüllten Stadion warf die 34-Jährige in der ersten Gruppe der Qualifikation 62,18 m und blieb damit unter den für den direkten Finaleinzug geforderten 63,00 m. Nach rund 90 Minuten Bangen und dem Abschluss der zweiten Gruppe zog Obergföll als Gesamt-Zehnte in die Medaillen-Entscheidung der besten Zwölf am Donnerstag (21.10 Uhr OZ/2.10 MESZ) ein.

Die deutschen Speerwerferinnen, um deren Olympia-Nominierung es ein juristisches Hickhack gegeben hatte, sind im Finale in voller Stärke vertreten. Vize-Europameisterin Linda Stahl (Leverkusen) erzielte im ersten Versuch 63,95 m und war damit Viertbeste. Die deutsche Meisterin Christin Hussong (Zweibrücken) warf mit 62,17 m im letzten Versuch einen Zentimeter kürzer als Obergföll, rettete sich aber ebenfalls ins Finale.

Klischina, um die es in den Tagen zuvor Riesenwirbel gegeben hatte, wurde von den wenigen Zuschauern weitgehend mit Gleichgültigkeit empfangen und zog mit 6,64 m ins Finale am Mittwoch ein. Um den Start Klischinas, die als einzige russische Leichtathletin in Rio antreten durfte, hatte es noch während der Spiele eine juristische Auseinandersetzung gegeben.

Mihambo und Moguenara weiter, Wester raus

Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) mit Saisonbestleistung von 6,82 m und Sosthene Moguenara (Saarbrücken/6,55) sind ebenfalls in der Medaillen-Entscheidung dabei. Ausgeschieden ist Alexandra Wester (Köln/5,98).

Hochsprung-Weltmeister Derek Drouin holte sich derweil auch Olympia-Gold. Der 26 Jahre alte Kanadier setzte sich mit übersprungenen 2,38 m vor dem Jahres-Weltbesten Mutaz Essa Barshim aus Katar durch, der 2,36 m meisterte. Dritter mit 2,33 wurde Ex-Weltmeister Bogdan Bondarenko aus der Ukraine.

Drittes Sprint-Gold für Jamaika

Über 110 m Hürden siegte der Jamaikaner Omar McLeod und sicherte dem Karibik-Staat in der dritten Sprint-Entscheidung das dritte Gold nach Usain Bolts und Elaine Thompsons Triumphen über 100 m. Der 22 Jahre alte Hallen-Weltmeister sprintete in 13,05 Sekunden ins Ziel und verwies den auf Kuba geborenen Spanier Orlando Ortega (13,17) und Europameister Dimitri Bascou aus Frankreich (13,24) auf die Plätze.

1500-m-Weltrekordlerin Genzebe Dibaba aus Äthiopien musste sich in Rio mit Silber begnügen, unterlag in 4:10,27 Minuten deutlich der Kenianerin Faith Kipyegon, die in 4:08,92 zum Olympiasieg lief. Bronze ging an die US-Läuferin Jennifer Simpson.

Über 200 m schieden die EM-Dritte Gina Lückenkemper (Dortmund) mit 22,73 Sekunden und Lisa Mayer (Langgöns/Oberkleen) mit 22,90 im Halbfinale aus. Als Schnellste ins Finale am Mittwoch zog Weltmeisterin Dafne Schippers (Niederlande) ein, die in Jahresweltbestzeit von 21,96 Sekunden ihre Gold-Ambitionen unterstrich.

(sid)
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