| 07.11 Uhr

Niederlage gegen Brasilien
Handballer wollen von Panikmache nichts wissen

Bilder: Gensheimer sieht gegen Brasilien die Rote Karte
Bilder: Gensheimer sieht gegen Brasilien die Rote Karte FOTO: dpa, ss
Rio de Janeiro. Der Einzug ins olympische Viertelfinale ist erstmal vertagt. Nach ihrer Niederlage gegen Gastgeber Brasilien haben die deutschen Handballer gegen Slowenien die nächste Chance. Bundestrainer Dagur Sigurdsson geht gelassen mit der Situation um.

Die deutschen Handballer wollten von Panikmache nach der Olympia-Pleite gegen Brasilien nichts wissen. Auch wenn der Europameister die vorzeitige Qualifikation für das Viertelfinale durch das 30:33 (16:17) gegen den Gastgeber erst einmal verspielte, bietet sich schon am Samstag gegen Slowenien die nächste Chance. "Ich glaube, dass die Mannschaft so gefestigt ist, dass die Niederlage sie nicht zurückwirft", sagte Steffen Weinhold. "Wenn wir erfolgreich sein wollen, müssen wir dahin kommen, dass wir zwischen 20 und 25 Tore bekommen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg."

Der Rückraumspieler war erst am Vortag für den angeschlagenen Patrick Groetzki ins Team gerückt. "Wir müssen uns noch mal über die Fehler Gedanken machen. Und dann bereiten wir uns auf Slowenien vor", forderte Kapitän Gensheimer.

Nun geht es für den Medaillenanwärter darum, das Negativerlebnis aus den Köpfen und die Strapazen aus dem Körper zu bekommen. "Wir haben nicht das abgerufen, was wir die Tage davor hatten und nicht zu unrecht verloren", urteilte der starke Keeper Silvio Heinevetter. Er stand die meiste Zeit für den zuletzt favorisierten Andreas Wolff im Tor.

Lob für den Gastgeber

Statt Kritik am eigenen Team gab es Lob für die Gastgeber. "Man muss auch sagen, Brasilien hat sehr gut gespielt und kam mit sehr großer Wucht und Selbstvertrauen. Wir haben einfach unsere Probleme damit gehabt", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. "Klar sind wir jetzt mega enttäuscht", gab Gensheimer zu.

Ganz allein und wie ein Häufchen Elend saß der Kapitän noch vor dem Abpfiff hinter dem Spielfeld. Um dem Hohn und Spott der Brasilianer hinter sich zu entfliehen, hatte er seinen Strafstuhl in den Freiraum zwischen Tribüne und Parkett gestellt. Weil er dem gegnerischen Torhüter den Ball vom Siebenmeterpunkt ins Gesicht geworfen hatte, sah der Linksaußen Rot und musste tatenlos mit ansehen, wie es am Donnerstag bergab ging.

Vorwürfe für seinen verhängnisvollen Fehlwurf an den Kopf von Cesar Augusto Almeida aber gab es nicht. "Er wollte über den Kopf werfen und hat ihn schlecht getroffen. Das kann passieren", sagte Sigurdsson. "Es war sicherlich nicht gut, die Zeitstrafe zu bekommen."

In der aufgeheizten Atmosphäre der Future Arena hatten sich die deutschen Handballer insgesamt zu viele Aussetzer geleistet. Dass Julius Kühn, bisher zwölffacher Torschütze, bei sechs Versuchen kein Treffer gelang - vergeben. "Das kann passieren. Er ist ein junger Mann", befand Bundestrainer Sigurdsson. Er kenne das aus eigenem Erleben, dass die Auswärtsstimmung hemmen kann. "Dann macht der Kopf einfach zu. Da kommt man nicht so leicht raus."

 

(ems/dpa)
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