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Olympia-Startschuss
DFB-Frauen starten ihre Gold-Mission

Laudehr verletzt sich bei üblem Foul am Knöchel
Laudehr verletzt sich bei üblem Foul am Knöchel FOTO: Screenshot ARD
Sao Paulo. Während sich in Rio viele Sportler erst noch im Olympischen Dorf einrichten, treten die deutschen Fußballerinnen schon ins Rampenlicht. Mit dem ersten Gruppenspiel am Mittwoch (23 Uhr MESZ/Live-Ticker) gegen Simbabwe starten die DFB-Frauen zwei Tage vor der Eröffnungsfeier ihre Gold-Mission. 

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"Das ist natürlich super, dass wir vor den anderen Wettkämpfen so im Fokus stehen", sagte Teammanagerin Doris Fitschen dem sid, "auch wenn es schade ist, dass wir vom Olympia-Trubel hier nicht so viel spüren."

Spätestens seit der Stadionbesichtigung in der Arena Corinthians am Montag ist aber auch in Sao Paulo das Olympia-Fieber ausgebrochen. "Als die Spielerinnen sich das wunderschöne, große Stadion angeschaut haben, ging das Kribbeln los, alle sind fokussiert und heiß", berichtete Fitschen.

Das gefürchtete Verkehrschaos in der XXL-Metropole meistert der DFB-Tross seit der Ankunft am Samstag dank einer Polizei-Eskorte bei Fahrten durch den Großstadtdschungel bislang bestens. "Das ist beeindruckend, die halten den Verkehr für uns auf. Die Bedingungen sind wirklich sehr gut", sagte Fitschen.

Störfaktoren kann man im deutschen Lager auch nicht gebrauchen - bei Silvia Neids letztem Turnier als Bundestrainerin soll nach bislang dreimal Bronze (2000, 2004 und 2008) schließlich der erste Olympiasieg her. "Gold ist unser Ziel", erklärte Neid, die nach Olympia und elf Jahren im Amt das Zepter an ihre Assistentin Steffi Jones übergibt.

Bilder: DFB-Frauen feiern Torfestival gegen Ghana FOTO: dpa, gki wst

Auch die Spielerinnen wollen beim prestigeträchtigen Turnier mit zwölf Teams in drei Gruppen mit aller Macht ins Finale am 19. August im Maracana - denn nur so tauchen sie ein ins olympische Leben. "Wir werden alles daran setzen, dass wir es weit schaffen, ins Dorf einziehen und um eine Medaille spielen können", sagte Abwehrspielerin Leonie Maier.

Simbabwe eine "Wundertüte" 

Gegen die international unerfahrene "Wundertüte" (Neid) aus Simbabwe ist der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister haushoher Favorit. "Das ist eine typisch afrikanische Mannschaft. Die sind immer sehr schnell, robust und kompromisslos", warnte Neid dennoch.

Die Qualifikation für die Sommerspiele verlief für die Nummer 93 der Welt kurios: In der vorletzten Runde trat Simbabwe wegen finanzieller Probleme des Verbandes nicht zum Auswärtsspiel in der Elfenbeinküste an - das Spiel wurde 0:3 gewertet. Weil dann aber auch die Ivorerinnen nicht zum Rückspiel nach Simbabwe flogen und auch einen Nachholtermin nicht wahrnahmen, kamen die "Mighty Warriors" (mächtige Kriegerinnen) weiter.

Die Spielerinnen wollen auf der großen Bühne ein Zeichen setzen. "Wir fahren nicht dorthin, um das Turnier aufzufüllen", sagte Kapitänin Felistas Muzongondi, "wir wissen, welche Qualität uns erwartet, aber nichts ist unmöglich." Die unmittelbare Vorbereitung macht aber wenig Hoffnung auf ein erfolgreiches Abschneiden: Die Generalprobe gegen China verlor Simbabwe mit 0:3.

Doch die weiteren Gegner in der Gruppe F sind deutlich härtere Brocken: Am Samstag geht es im Kampf um den Viertelfinaleinzug gegen den Weltranglistenfünften Australien, drei Tage später in Brasilia gegen den Olympiadritten Kanada. Topfavorit auf Gold sind die Weltmeisterinnen aus den USA, die bei vier von fünf Turnieren ganz oben auf dem Podest landeten.

Bei allem sportlichen Ehrgeiz ist im DFB-Lager auch für Abwechslung gesorgt. Mal wird im malerischen Parque Ibirapuera gejoggt oder in der Shopping Mall gleich gegenüber des Bourbon Convention Hotels eingekauft. Beim Besuch eines Sozialprojektes für benachteiligte Kinder in einer Favela lernte ein Spielerinnen-Quartett am Sonntag auch die Schattenseiten Brasiliens kennen. "So etwas habe ich noch nie erlebt, das war eine besondere Erfahrung", sagte Lina Magull, die als eine von vier Ersatzspielerinnen den 18er-Kader ergänzt.

(sid)
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