| 14.39 Uhr

Deutsche Unglücksraben bei Olympia
Haarscharf an Bronze vorbei – schon viermal steht die Vier

Die vierten Plätze der Deutschen
Die vierten Plätze der Deutschen FOTO: dpa, hpl
Düsseldorf/Rio de Janeiro. Vier Medaillen hat die deutsche Mannschaft in Rio mittlerweile eingesammelt, genauso oft sprangen aber auch schon vierte Plätze heraus. Und die sind besonders bitter. Zumal fast immer nur eine Winzigkeit zum erhofften Edelmetall fehlte.

Zweiter Wettkampf, zweiter vierter Platz. Nein, Patrick Hausding ist wirklich nicht der Glückspilz der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Zunächst verpasste der Wasserspringer gemeinsam mit Sascha Klein Bronze im Synchronspringen, am Mittwoch reichte es dann auch vom Drei-Meter-Brett zusammen mit Stephan Feck nur zu Platz vier.

Während Hausding zusammen mit Feck nicht mit einer Medaille gerechnet hatte und mit 30 Punkten auch deutlich hinter dem Bronzerang zurücklag, war der vierte Platz zuvor vom Turm "tragisch", wie Hausding sagte. Sechs Punkte fehlten nach einem wahren Krimi am Ende zu Bronze. Das erhoffte Happy End für das erfolgreiche Duo – Klein wird nach den Spielen seine Karriere beenden – blieb aus. "Ich fühle mich ein bisschen traurig. So knapp an einer Medaille zu scheitern ist bitter", sagte Klein.

0,3 Punkte – 0,3 Sekunden

Ähnlich knapp war am ersten Tag Sportschützin Barbara Engleder am Podest vorbeigeschlittert. Das Gerede vom deutschen Fehlstart – es wäre deutlich weniger laut ausgefallen. Nach 40 Schüssen in die Zehn leistete sich Engleder mit dem Luftgewehr im Finale der besten Acht gleich drei Neunen und verpasste die erste Olympia-Medaille für sie und Deutschland in Rio um winzige 0,3 Punkte. "Das ist nicht mal ein Millimeter", meinte die 33-jährige Sportsoldatin danach traurig. Kleiner Trost für Engleder: Ihre Spezialdisziplin kommt erst noch. Und zwar an diesem Mittwoch, wenn die Schützinnen ab 17 Uhr deutscher Zeit zum Dreistellungskampf antreten.

Für Hannes Aigner sind die Spiele dagegen vorbei. Die Slalom-Kanuten haben im Wildwasser-Becken nur eine einzige Chance. Und Aigner nutzte sie, im Gegensatz zu London 2012, wo er noch Bronze holte, diesmal nicht. Ganze drei Hundertstelsekunden fehlten ihm im Kajak-Einer zur Medaille, ein Wimpernschlag. "Ich kann mir nichts vorwerfen, ich hab nix versaut", sagte der 27-Jährige und versuchte krampfhaft, sich selbst aufzubauen: "Wenn ich den Kopf in den Sand stecke, wird es auch nicht besser."

Aigner hatte sich als fünfter Starter in den Wildwasserkanal von Deodoro gestürzt und in 89,02 Sekunden klar an die Spitze gesetzt. Dann begann das bange Warten, die Stärksten waren noch oben. "Im Ziel habe ich gedacht, dass es für eine Medaille reichen könnte", meinte Aigner, doch es schoben sich drei Konkurrenten vorbei. "Ich bin trotzdem zufrieden", sagte er, "die anderen waren halt einen Tick besser". Es sei "natürlich ärgerlich", aber "auch kein Beinbruch".

(areh)
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