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Ludwig/Walkenhorst schocken Brasilien
Beachvolleyballerinnen spielen in Rio um Gold

Ludwig und Walkenhorst bejubeln Finaleinzug mit Fans
Ludwig und Walkenhorst bejubeln Finaleinzug mit Fans FOTO: dpa, nic
Rio de Janeiro. Der Siegeszug der deutschen Beach-Girls Ludwig/Walkenhorst führt bis ins Finale. Auch Brasiliens Topstars Larissa/Talita und 12.000 Fans können die Europameisterinnen nicht aufhalten. 

Kira Walkenhorst sank nach dem verwandelten Matchball in den Sand an der Copacabana, dann sprang sie auf und Laura Ludwig in die Arme - gemeinsam rannten sie schreiend vor Glück zu den deutschen Zuschauern: Bei der Party am berühmtesten Strand der Welt greifen die beiden deutschen Beachvolleyballerinnen vier Jahre nach dem Olympiasieg von Julius Brink und Jonas Reckermann nach Gold. Das Finale wird am Donnerstag gespielt.

"Das ist so geil, es hat alles geklappt", sagte Ludwig, die auch eine gute halbe Stunde nach dem glanzvollen 2:0 (21:18, 21:12) gegen die Brasilianerinnen Larissa/Talita noch nicht so recht zu begreifen schien, was ihr und Walkenhorst da gelungen war. Ihrer kongenialen Mitspielerin ging es ähnlich. "Ich kann es noch gar nicht in Worte fassen, erst beim Matchball habe ich realisiert, es kann jetzt nichts mehr passieren", sagte Walkenhorst.

Goldreife Leistung im Halbfinale

Was Ludwig und Walkenhorst im Halbfinale zeigten, war schon goldwürdig. Das deutsche Top-Duo zeigte vor 12.000 lärmenden Brasilianern eine beeindruckende spielerische und taktische Leistung - nach nur 38 Minuten war das Finale erreicht. Als erstes deutsches und zugleich europäisches Frauenteam stehen die beiden Deutschen im Endspiel bei Olympia. Auch Olympiasieger Brink geriet in der ARD ins Schwärmen: "So stark habe ich sie noch nie gesehen. Ich bin vollauf begeistert."

Nach ihrem sechsten Sieg im sechsten Spiel an der Copacabana haben Luwig/Walkenhorst die Silbermedaille bereits sicher - und allein das ist schon eine historische Leistung: Noch nie gelang es einem europäischen Frauen-Team, olympisches Edelmetall zu gewinnen. Beachvolleyball gehört seit Atlanta 1996 zum Programm bei Sommerspielen.

Nach einem starkem ersten Satz zeigten die beiden Deutschen vor allem im zweiten Durchgang Beachvolleyball vom Feinsten. Ludwig überzeugte mit spektakulären Rettungstaten, Walkenhorst schmetterte den Brasilianerinnen einen Ball nach dem anderen um die Ohren. Selbst die frenetischen Anfeuerungsrufe der Zuschauer brachten den Gastgeberinnen am Ende nichts.

Finale in der Nacht zu Donnerstag

Das Finale steigt in der Nacht zu Donnerstag deutscher Zeit (4.59 Uhr MESZ). Gegner ist das brasilianische Team Agatha/Barbara. Die Gastgeberinnen setzten sich in der Nacht zum Mittwoch im zweiten Halbfinalspiel der Frauen mit 2:0 (22:20, 21:18) gegen US-Legende Kerri Walsh Jennings mit ihrer Partnerin April Ross durch. Die 38 Jahre alte Walsh kann damit in Rio de Janeiro ihren bisher drei olympischen Goldmedaillen keine weitere hinzufügen.

Das zweite deutsche Duo Karla Borger und Britta Büthe hatte im Achtelfinale gegen Larissa/Talita verloren. Das einzige deutsche Männer-Team Markus Böckermann und Lars Flüggen (Hamburg/Berlin) war nach drei Niederlagen in drei Spielen bereits nach der Gruppenphase ausgeschieden.

"Das Wichtigste wird sein, dass wir uns auf uns konzentrieren, egal, wer da steht", sagte Ludwig vor der Partie gegen die topgesetzten Gastgeber: "Wir müssen an uns glauben, unserer Stärke vertrauen." Genau dies taten die beiden Hamburgerinnen zunächst und ließen sich auch durch das heißblütige Publikum nicht aus der Ruhe bringen. Selbst ein 11:14-Rückstand brachte Ludwig/Walkenhorst nicht aus dem Konzept, nach 21 Minuten verwandelten sie ihren zweiten Satzball.

Dabei hing der Traum des deutschen Vorzeige-Duos von einer olympischen Medaille vor knapp zwei Jahren am seidenen Faden. Pfeiffersches Drüsenfieber lautete die Diagnose bei Walkenhorst, dem vorzeitigen Saisonende folgten beschwerliche Monate der Genesung. Ehe es die nächste bittere Diagnose gab: Knieverletzung, Operation, Pause.

(sb/dpa/sid)
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