| 23.00 Uhr

Deutschland im Viertelfinale
Petersen erzielt Fünferpack bei Kantersieg gegen Fidschi

Deutsche Fußballer siegen zweistellig gegen Fidschi
Deutsche Fußballer siegen zweistellig gegen Fidschi FOTO: afp
Belo Horizonte. Der fünffache Torschütze Nils Petersen und seine Kollegen standen nach dem Kantersieg gegen Fidschi etwas ratlos auf dem Rasen in Belo Horizonte. Was das 10:0 (6:0) gegen den krassen Außenseiter wert war, wurde ihnen erst einige Minuten später klar.

Die Erkenntnis: Da im Parallelspiel Südkorea 1:0 (0:0) gegen Olympiasieger Mexiko gewann, musste sich das DFB-Team in Gruppe C mit Platz zwei begnügen – im Viertelfinale wartet nun Mitfavorit Portugal.

"Das war ein Geschenk für einen Stürmer. Fünf Tore kann einem keiner nehmen", sagte Petersen: "Gegen Portugal wird es für beide kein Zuckerschlecken. Wir haben noch eine Rechnung offen." Verteidiger Niklas Süle meinte: "Schade, dass es nicht zum Gruppensieg gereicht hat. Jetzt müssen wir wieder fliegen, das geht in die Beine. Portugal wird hart. Aber es sind nur noch acht Mannschaften drin, das ist gut."

Zur Erinnerung: Gegen den Nachwuchs des Europameisters hatte die deutsche U21 vor einem Jahr im EM-Halbfinale eine deftige 0:5-Pleite kassiert. Damals spielte aber unter anderem noch der Neu-Dortmunder Raphael Guerreiro für die Portugiesen. Die Iberer gewannen ihre Gruppe D vor Honduras und schalteten dabei Argentinien, 2004 und 2008 Olympiasieger, aus. Das Duell steigt am Samstag (13.00 Uhr OZ/18.00 Uhr MESZ) in der Hauptstadt Brasilia.

Der überragende Petersen (14./33./40./63. Foulelfmeter/70.), Max Meyer (30./49./52.) sowie Serge Gnabry (8./45.) mit seinen Turniertreffern Nummer vier und fünf sorgten in Belo Horizonte für den zweithöchsten deutschen Sieg der Olympia-Geschichte - und den ersten seit 28 Jahren. Deutlicher war nur das 16:0 gegen Russland 1912 in Stockholm ausgefallen. Höher gewann bei Olympia zuletzt Schweden gegen Südkorea vor 68 Jahren in London (12:0).

Vor 15.000 Zuschauern im Mineirao-Stadion hätte das Hrubesch-Team noch deutlich mehr Tore schießen müssen. Die Sympathien der Fans gehörten klar dem Fußball-Zwerg aus dem Südpazifik - wohl auch, weil viele Brasilianer die 1:7-Schmach durch Deutschland im WM-Halbfinale 2014 an gleicher Stelle noch nicht vergessen haben.

Das erste Etappenziel war schnell erreicht, als der erneut starke Arsenal-Profi Gnabry wie schon gegen Mexiko (2:2) und Südkorea (3:3) traf. Wenig später erhöhte Petersen, der wegen der angepeilten Torflut erstmals von Beginn an spielte, per Abstauber. Fidschi agierte bisweilen hilflos, das Geschehen spielte sich aber weitestgehend in einer Hälfte ab.

Ersatzkapitän Meyer und zweimal der Freiburger Petersen erhöhten auf 5:0, zu diesem Zeitpunkt hatte das DFB-Team das Viertelfinale quasi schon sicher. Gnabry machte mit einem Freistoßtreffer noch vor der Pause das halbe Dutzend voll.

Für den größten Jubel im Publikum sorgte Torhüter Simione Tamanisau, von Beruf Polizist, der in der 58. Minute einen Foulelfmeter von Meyer hielt. Der ehemalige Bayern-Profi Petersen machte es wenig später besser und verwandelte gegen Tamanisau vom Punkt. Später ließ er noch einen Kopfballtreffer folgen.

(seeg/sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Olympia 2016: Nils Petersen schießt Deutschland ins Viertelfinale


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.