| 23.34 Uhr

Olympiasieger im Kajak
Brendel zensiert Dopingsünder bei Facebook

Brendel paddelt wieder zu Gold
Brendel paddelt wieder zu Gold FOTO: afp
Düsseldorf. Serghei Tarnovschi aus Moldau hat im Canadier-Einer über 1000 Meter die Bronzemedaille gewonnen – am Donnerstag wurde sie ihm allerdings wieder aberkannt. Tarnovschi wurde wegen einer positiven Dopingprobe suspendiert. Olympiasieger Sebastian Brendel zensierte Tarnovschi daraufhin bei Facebook.

Brendel hatte sich nach dem Gewinn der Goldmedaille mit dem Brasilianer Isaquias Queiroz und eben Tarnovschi ablichten lassen. Ein Foto, auf dem alle Medaillengewinner gemeinsam zu sehen sind, ist ganz normal. Dass ein Medaillengewinner des Dopings überführt wird, ist allerdings nicht normal und hat Brendel nun bei Facebook zu einem Post bewegt. In einem Beitrag postete der 28-Jährige nun noch einmal das Foto, auf dem er mit Queiroz und Tarnovschi zu sehen ist. Allerdings ist das Gesicht des Dopingsünders aus Moldau geschwärzt. "Ich muss mein Foto von Dienstag aktualisieren. Ich bin wütend und hoffe das es für solche Personen keinen Platz mehr im Sport gibt", fand ein erboster Brendel deutliche Worte in Richtung Tarnovschi.

Auch dem kirgisischen Gewichtheber Isat Artykow wurde am Donnerstag durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS die Bronzemedaille in der Kategorie bis 69 Kilogramm aberkannt.

Artykow wurde der Einnahme der verbotenen Substanz Strychnin überführt. Der Kirgise wurde von den Sommerspielen ausgeschlossen. Seine Medaille dürfte damit an den Kolumbianer Luis Javier Mosquera Lozano gehen, der in dem Wettbewerb Vierter geworden war.

Zudem bestätigte der CAS am Abend den Ausschluss des brasilianischen Radsport-Vizemeisters Kleber da Silva Ramos und der chinesischen Schwimmerin Chen Xinyi. Da Silva Ramos war schon vor den Spielen positiv auf das EPO-Präparat Cera getestet worden, bei Chen war das Diuretikum Hydrochlorothiazid nachgewiesen worden.

Das Gewichtheben gilt seit langem als stark dopingbelastet. Bundestrainer Oliver Caruso warf während der Rio-Spiele neun Ländern systematischen Betrug vor: Russland, Bulgarien, Kasachstan, Weißrussland, Usbekistan, Armenien, Moldawien, Rumänien und der Ukraine. Die Russen durften wegen des Staatsdoping-Skandals in Rio nicht am Gewichtheben teilnehmen, auch Bulgaren und Aserbaidschaner waren vorab ausgeschlossen worden.

Zudem sollten Weißrussen, Kasachen, Armenier und Türken eigentlich nicht in Rio starten dürfen. Das hatte der Gewichtheber-Weltverband IWF verfügt, weil diesen Nationen bei den Nachtests von Peking 2008 und London 2012 jeweils mindestens drei Doping-Fälle nachgewiesen worden waren. Voraussetzung für eine Sperre war jedoch, dass das Internationale Olympische Komitee die Verfahren gegen die Sportler rechtzeitig bis Rio abschließt. Das war nicht der Fall.

So mussten sich die eigener Aussage nach sauberen deutschen Athleten mit verdächtigen Startern aus Doping-Hochburgen messen. "Wenn man sich die Wettkämpfe hier angeguckt, dann ist das einfach nur peinlich", sagte Almir Velagic der "Welt". "Das sind junge Leute, die fangen fast mit Weltrekord an", fügte Velagic hinzu.

Vor den beiden jüngsten Fällen mit den Medaillengewinnern hatten die Sportrichter des CAS drei Dopingfälle bei den Sommerspielen publik gemacht. Ein polnischer Gewichtheber und eine bulgarische Leichtathletin wurden ausgeschlossen. Der Fall einer chinesischen Schwimmerin ist noch nicht abschließend entschieden. Zudem war kurz vor Olympia der brasilianische Radprofi Kleber Ramos positiv auf das EPO-Präparat Cera getestet worden.

(seeg/sid/dpa)
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