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Olympia 2016
Hrubesch und Neid - Die Medaillenjäger

Porträt: Horst Hrubesch – Kopfballungeheuer und Trainer-Phänomen
Porträt: Horst Hrubesch – Kopfballungeheuer und Trainer-Phänomen FOTO: dpa, pse fpt hak jhe
Frankfurt/Main. Die beiden deutschen Fußball-Teams wollen bei Olympia eine Medaille holen - wenn möglich Gold.

Vor dem Abflug an den Zuckerhut haben Silvia Neid und Horst Hrubesch beim gemeinsamen Abendessen in Frankfurt einen Deal geschlossen. "Wir haben verabredet, dass wir uns am 21. August auf dem Rückflug von Rio wiedersehen - alle mit einer Medaille um den Hals", berichtete Hrubesch mit Blick auf die Zielsetzung der beiden deutschen Fußball-Teams bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (5. bis 21. August).

Doch Neid möchte bei ihrer letzten Dienstreise als Bundestrainerin mehr als nur aufs Treppchen. "Wir wollen die Goldmedaille gewinnen. Darauf haben wir uns vorbereitet. Es kann losgehen, das Gefühl ist super", sagte die 52-Jährige am Freitag kurz vor dem Abflug mit Lufthansa-Flieger LH 506 nach Sao Paulo.

Dort trifft die Elf von Neid, die am Freitag schon in ihrer Olympia-Kleidung herumlief, am 3. August zunächst auf Simbabwe. Beim Turnier mit insgesamt zwölf Teams, bei dem in Gruppe F auch Australien (6. August/Sao Paulo) und Kanada (9. August/Brasilia) warten, soll nach bislang dreimal Olympia-Bronze (2000, 2004, 2008) eine andere Medaillenfarbe her.

Die DFB-Auswahl von Hrubesch (65) bricht am Samstagabend von Frankfurt aus nach Rio (LH 500) auf und reist dann weiter in ihren ersten Spielort Salvador. Dort finden die ersten beiden Gruppenspiele gegen Titelverteidiger Mexiko (4. August) und Südkorea (7. August) statt. Die dritte Vorrundenpartie gegen Fidschi (10. August) wird in Belo Horizonte ausgetragen.

"Wir wollen unbedingt ins Olympische Dorf einziehen, denn wir haben gehört, was da abgeht", sagte Hrubesch augenzwinkernd. Aber auch wohlwissend, dass die DFB-Auswahl ins Halbfinale kommen muss, um nach Rio und ins Dorf zu kommen - und schließlich auch in Maracana zu spielen. "Dort vor 80.000 gegen die Brasilianer, das wäre was", meinte Hrubesch mit Blick auf Superstar Neymar & Co.

Der Coach freut sich wie ein kleines Kind auf seine erste Olympia-Teilnahme - die erste einer deutschen Fußball-Mannschaft seit Gewinn von Bronze 1988. "Natürlich hatten wir nicht die Vorbereitung, die wir gerne gehabt hätten. Aber Olympia ist etwas Besonderes, das spüren auch die Jungs", sagte der Ex-Nationalspieler, der nach Rio aufhört. Was das ehemalige Kopfball-Ungeheuer Hrubesch danach machen will, steht noch in den Sternen: "Ich werde aber sicher nicht auf der Couch sitzen und alt werden", kündigte der frühere Hamburger an.

Hrubesch ist begeistert vom Olympia-Fieber seiner Schützlinge. Am Freitagnachmittag waren eigentlich nur individuelle Einheiten im Hotel in Gravenbruch geplant. Doch seine Spieler wollten unbedingt auch auf dem Platz trainieren, um für das Abenteuer am Zuckerhut bestmöglichst gerüstet zu sein.

Sven Bender und Matthias Ginter stoßen nach der Chinareise ihres Klubs Borussia Dortmund erst am Samstag kurz vor dem Flug nach Brasilien zur Mannschaft.

Bei einem gemeinsamen Abendessen hatten sich die beiden DFB-Teams am Donnerstag in Frankfurt auf ihre Medaillen-Missionen eingestimmt. Neid hatte den Olympia-Debütantinnen in ihrer Mannschaft auch nochmal vom besonderen Geist der Spiele vorgeschwärmt. "Es ist ein Wahnsinns-Gefühl, Teil dieser Familie zu sein", meinte die 52-Jährige.

(sid)
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