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Tischtennis
Ovtcharov siegt nach kuriosem Marathon-Satz – Boll raus

Ovtcharov trotz verlorenem Marathonsatz im Viertelfinale
Ovtcharov trotz verlorenem Marathonsatz im Viertelfinale FOTO: dpa, ase
Rio de Janeiro. Nach dem unerwartet frühen Aus für Deutschlands Fahnenträger Timo Boll hat Dimitrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg) bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro das Viertelfinale erreicht. Der Tischtennis-Europameister verlor am Montag gegen den Slowenen Bojan Tokic zwar zunächst einen rekordverdächtigen Marathonsatz mit 31:33, gewann anschließend aber auch sein zweites Spiel des Tages mit 4:1 (31:33, 12:10, 11:5, 11:4, 11:7).

"Ich glaube, so einen langen Satz hat es auf der gesamten Profi-Tour noch nicht gegeben", sagte Ovtcharov: "Ich habe versucht, ihn einfach zu vergessen und einen Neustart hinzulegen." In der Runde der letzten Acht trifft der Olympia-Dritte von London 2012 nun am Dienstag auf den weißrussischen Altmeister Wladimir Samsonow (Nr. 7). Am Morgen hatte Ovtcharov in einem engen Match gegen Li Ping (Katar/Nr. 21) mit 4:3 die Oberhand behalten.

Boll überraschend ausgeschieden

Der 35-jährige Boll hatte zuvor in seinem Achtelfinal-Duell überraschend gegen den nigerianischen Weltranglisten-40. Aruna Quadri mit 2:4 (10:12, 10:12, 5:11, 11:3, 11:5, 9:11) verloren. Damit muss Rekordeuropameister Boll seinen Traum von einer olympischen Einzel-Medaille wohl endgültig begraben.

"Ich habe einfach zu lange gebraucht, um mich auf seine unorthodoxe Spielweise einzustellen", sagte Boll: "Ich bin aber mit mir im Reinen, habe mir nicht viel vorzuwerfen."

Boll musste die ersten drei Sätze mit 10:12, 10:12 und 5:11 abgeben. Dann schaffte er ein 11:3 im vierten Durchgang und gewann auch den nächsten Satz – die Wende schien möglich. Doch am Ende bejubelte Aruna mit einem riesigen Luftsprung den Einzug ins Viertelfinale.

Dort wäre Boll im Falle des Weiterkommens ohnehin auf Weltmeister und Topfavorit Ma Long aus China getroffen, der den Südkoreaner Youngsik Jeoung mit 4:0 bezwang. So weit kam es aber nicht. Boll, der bereits in seinem ersten Spiel gegen den Russen Alexander Shibajew (4:3) große Mühe hatte, fand kein Mittel gegen Aruna.

Der Weltranglisten-13. aus Düsseldorf hätte bei einem Sieg erstmals überhaupt im Einzel bei Olympia gegen einen Chinesen gespielt. Bei seinen vier Teilnahmen zuvor war Boll immer gegen andere Spieler ausgeschieden: 2000 im Achtelfinale gegen Werner Schlager aus Österreich, 2004 im Viertelfinale gegen Jan-Ove Waldner aus Schweden, 2008 im Achtelfinale gegen Oh Sang-Eun aus Südkorea und 2012 ebenfalls im Achtelfinale gegen Adrian Crisan (Rumänien).

Deutschlands Spitzenspielerin Han Ying (Tarnobrzeg/Nr. 5) zog derweil nach einer weiteren starken Leistung ins Viertelfinale ein. Die gebürtige Chinesin gewann nach dem mühelosen 4:0 im Auftaktspiel gegen Nanthana Komwong (Thailand) am Montag auch gegen Li Xue (Frankreich) mit 4:1 (11:4, 11:4, 8:11, 11:3, 13:11).

In der Runde der letzten Acht wartet auf Han nun jedoch eine ungleich schwerere Aufgabe. Gegen die Weltmeisterin und Topfavoritin Ding Ning (Nr. 1) ist die Abwehrspielerin am Dienstag krasse Außenseiterin. Für Petrissa Solja (Berlin/Nr. 10) war bei ihren ersten Olympischen Spielen dagegen nach ihrem Auftaktmatch gegen die Nordkoreanerin Ri Myong Sun Schluss.

(dpa)
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