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Olympia
USA turnen sich mit Gala zu Gold – Deutschland auf Platz sechs

US-Turnerinnen wiederholen Gold-Coup von London
US-Turnerinnen wiederholen Gold-Coup von London FOTO: afp
Rio de Janeiro. Erstmals standen die deutschen Turnerinnen in einem olympischen Team-Finale. Und auch in der Samba-Atmosphäre von Rio behielten sie die Nerven. Mit erdrückender Dominanz wiederholten die US-Girls ihren Sieg von London. Simone Biles könnte zur Heldin der Spiele werden.

Sie kreischten, sie hüpften und sie fielen sich in die Arme, als hätten sie eine Medaille gewonnen. Die deutschen Turnerinnen haben am Dienstag in Rio dank einer Glanzleistung mit Rang sechs im Team-Finale das mit Abstand beste Ergebnis seit der Vereinigung erkämpft. Die US-Girls um die überragende Simone Biles sicherten sich nach 1996 und 2012 zum dritten Mal das Team-Gold.

"Wir sind sehr zufrieden. Nach vorne wird es immer knapper", sagte Pauline Schäfer. Elisabeth Seitz stimmte ein: "Es war ein toller Wettkampf und ein Riesenerlebnis." Bundestrainerin Ulla Koch meinte: "Es ist optimal gelaufen. Die Amerikanerinnen sind unsere großen Vorbilder. Die sind herausragend."

Vor der stimmungsvollen Kulisse von 12 000 lautstark feiernden Besuchern in der Olympic Arena gelangen den Deutschen alle zwölf Übungen ohne einen Fehler, wofür sie mit 173,672 Punkten belohnt wurden. Das waren noch einmal 0,4 Punkte mehr als im starken Vorkampf.

Nachdem sie dort schon auf Platz sechs gelandet waren, hatte Cheftrainerin Ulla Koch von einer Sternstunde für das deutsche Turnen gesprochen. "Die Frauen sind auf einem aufsteigenden Ast", würdigte Sportdirektor Wolfgang Willam die Top-Leistungen.

In ihren selbst kreierten neon-weißen Turnanzügen starteten die Deutschen am Schwebebalken mit einem optimalen Auftritt und nahmen dem einstigen Zittergerät seinen Schrecken. Vor allem die Ludwigsburgerin Tabea Alt steigerte sich auf 14,60 Punkte und wäre mit der gleichen Wertung ins Finale gekommen.

Nach guten Leitungen am Boden und am Sprung zelebrierte das Trio mit den beiden Finalistinnen Elisabeth Seitz und Sophie Scheder am Stufenbarren ein Feuerwerk und schaffte den Sprung auf den kaum für möglich gehaltenen Spitzenrang. Nur 3,4 Punkte betrug der Abstand auf Bronze.

Die US-Riege dominierte mit 184,897 Punkten ganz überlegen. Russland lag auf Rang zwei 8,2 Zähler zurück. Es war der deutlichste Vorsprung bei Olympia seit 1960, als die Russinen die Mannschaft der Tschechoslowakei um neun Punkte distanzierte.

Alexandra Raisman und Gabrielle Douglas wiederholten in den US-Trikots ihren Erfolg von vor vier Jahren. Für die texanische Rekord-Weltmeisterin Biles war es der erste Olympiasieg. Sie steht nun mit Bestwerten auch in vier Einzelfinals und könnte zur herausragenden Athletin der Rio-Spiele avancieren.

(seeg/dpa)
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