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Olympia in Rio
Wer holt die erste deutsche Medaille?

Deutschlands Medaillenhoffnungen für Rio
Deutschlands Medaillenhoffnungen für Rio FOTO: dpa, fux nic
Rio de Janeiro. Fünf Tage mussten die deutschen Sportfans bei den Sommerspielen in London auf die erste Medaille warten. So lange soll es in Rio nicht dauern, aber etwas Geduld ist wieder gefragt.

Bitte, nicht wieder so eine quälend lange Warterei wie in London! Bis zum fünften Wettkampftag mussten die deutsche Olympiamannschaft vor Ort und die Fans zu Hause vor den Fernsehern ausharren, bis die erste Medaille in der britischen Metropole unter Dach und Fach war. Mit ihrem Silber in der Degen-Einzelkonkurrenz erlöste Peking-Olympiasiegerin Britta Heidemann eine ganze Sportnation.

Vier Jahre später an der Copacabana wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schneller gehen. Am Dienstag, dem vierten Tag der Spiele unterm Zuckerhut, werden bei den Vielseitigkeitsreitern die Medaillen verteilt - und dort sind Michael Jung und Co. sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft klar favorisiert. Doppel-Gold wie in London winkt.

Dirk Schimmelpfennig will als Sportlicher Leiter der deutschen Olympiamannschaft aber keinen Druck ausüben. "Ich möchte den Athleten, die in Favoritenrollen sind, nicht noch mehr Erwartungshaltung in den Rucksack packen", sagte er am Mittwoch. Schimmelpfennig will sich auch aus einem zweiten Grund nicht festlegen, wer die erste Medaille holt: Manchmal zeige es sich im Leistungssport, "dass es gut ist, wenn man geduldig ist", sagte er.

Aber gegen eine schnelle Medaille wie 2004 in Athen, als Judoka Julia Matijass gleich am ersten Tag Bronze gewann, hätte sicherlich niemand etwas einzuwenden. Auch in Peking ging es flott, am zweiten Tag wurde das Wasserspringer-Duo Ditte Kotzian/Heike Fischer im Synchron-Wettbewerb Dritter.

Geduld ist gefragt

Wer kann es diesmal richten? Einiges deutet darauf hin, dass es bei den 31. Sommerspielen zumindest bis zum dritten Tag dauern wird, bis ein Vertreter des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) auf dem Treppchen steht. Am Montag hat der DOSB zwei Eisen im Feuer. Der Zeitplan könnte Wasserspringer Patrick Hausding in die Karten spielen. Im Synchron-Wettbewerb vom Turm geht der Berliner um 21.00 Uhr MESZ mit seinem Partner Sascha Klein (Dresden) aussichtsreich ins Rennen.

Scheitern sie, hätte in der Nacht zum Dienstag (3.21 Uhr) Paul Biedermann die Chance, den Bann zu brechen. Bei seinen letzten Olympischen Spielen will der Weltrekordler aus Halle auf seiner Spezialstrecke 200 m Freistil seine erste Olympiamedaille einsammeln. "Das wäre natürlich sehr schön", sagte Biedermann im SID-Interview: "Ich möchte mir das einfach verdienen."

Ein Medaillengarant ist Biedermann allerdings auch nicht, und so könnte es in der Tat bis zum vierten Tag dauern, wenn wohl die Stunde der deutschen Buschreiter schlägt. Am Wochenende sind die Aussichten aufs Podium gering. Am ersten Finaltag wird den Luftgewehr-Schützinnen Barbara Engleder (Triftern) und Selina Gschwandtner (Reischach) eine Platzierung unter den besten Acht zugetraut, aber mehr?

Einen Tag später geht Lisa Brennauer (Kempten) als Außenseiterin ins Rad-Straßenrennen der Frauen, aussichtsreicher ist sie allerdings im Zeitfahren. Doch das ist erst am Mittwoch, zwei Tage nach der Vielseitigkeit.

(sid)
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