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Abstimmung von 8 bis 18 Uhr
Rege Beteiligung an Olympia-Referendum in Hamburg

Fragen und Antworten zum Olympia-Referendum in Hamburg
Fragen und Antworten zum Olympia-Referendum in Hamburg
Kommt die Olympia-Bewerbung oder nicht? Die Frage bewegt Hamburger und Kieler seit Wochen – jetzt wird abgestimmt. Bis Mittag hat nahezu jeder Zweite abgestimmt, es kann ein knappes Ergebnis werden.

Bei dem Referendum über eine Hamburger Olympia-Bewerbung zeichnet sich eine rege Beteiligung ab. Bis 13 Uhr hatten nach Angaben des Landeswahlamtes insgesamt 595.549 Menschen abgestimmt – die meisten per Briefwahl. 26.065 suchten die Wahllokale auf. Insgesamt betrage die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt 45,6 Prozent, sagte Oliver Rudolf vom Landeswahlamt am Sonntag. Zum Vergleich: Bei dem Volksentscheid zur Schulreform in Hamburg 2010 hatte es mit 492.094 Teilnehmern insgesamt eine Beteiligung von 39,3 Prozent gegeben.

Hamburg und Kiel entscheiden über die Olympia-Bewerbung Deutschlands für 2024. Seit 8 Uhr sind in der Hansestadt sowie in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt die Abstimmungslokale geöffnet. Die Auszählung beginnt nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr. Ein vorläufiges Endergebnis wird spätestens für 22 Uhr erwartet.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz appellierte an die Hamburger, einer Bewerbung zuzustimmen. "Sagen Sie heute JA zu Olympischen & Paralympischen Spielen in #Hamburg2024.", twitterte der SPD-Politiker.

Sowohl beim Referendum in Hamburg als auch beim Bürgerentscheid in Kiel, wo die Segelwettbewerbe stattfinden sollen, sehen Umfragen eine Mehrheit für die Bewerbung. In der Hansestadt sind rund 1,3 Millionen Bürger abstimmungsberechtigt. Allein 569.484 Hamburger beteiligten sich im Vorfeld per Briefwahl. Das entspreche 43,6 Prozent der Wahlberechtigten, sagte Rudolf.

Um das Referendum im Sinne der Befürworter zu entscheiden, müssen sie zum einen eine Mehrheit der abgegebenen Voten haben und zum anderen mindestens 20 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten auf sich vereinen. In Kiel, wo fast 200.000 Menschen mitmachen können, müssen mindestens acht Prozent der Wahlberechtigten Ja sagen, um die Segel-Bewerbung möglich zu machen.

Sowohl in Kiel als auch in Hamburg wächst die Zahl der Olympia-Gegnern, wobei sie in der Hansestadt stärker vertreten sind. Sie befürchten unter anderem steigende Mieten und soziale Ausgrenzung und beklagen einen Missbrauch der Olympischen Idee durch Konzerne.

Im Zentrum der Kritik steht jedoch die Finanzierungsfrage. Hamburgs Senat hat für die öffentliche Hand Kosten von rund 7,4 Milliarden Euro veranschlagt, von denen die Hansestadt maximal 1,2 Milliarden Euro übernehmen will. Den Rest soll der Bund finanzieren. Eine Zusage steht jedoch weiter aus.

Neben Hamburg und dem Segel-Partner Kiel wollen sich Budapest, Paris, Rom und Los Angeles um die Spiele in neun Jahren bewerben. Die Entscheidung fällt das IOC 2017 in Lima (Peru).

(dpa)
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