Bernhardt zieht Antrag zurück: Radprofi Ciolek in Peking dabei
zuletzt aktualisiert: 21.07.2008 - 16:30Kassel/Frankfurt (RPO). Die Schwimmerin Vipa Bernhardt wird bei Olympia nicht an den Start gehen. Sie hat den juristischen Kampf um ihre Olympia-Teilnahme verloren. Ihr Verein SG Frankfurt zog den Antrag auf eine Nominierung vor dem Landgericht Kassel zurück. Dafür kann sich der Radsprinter Gerald Ciolek über seine Startberechtigung freuen.
Das Gericht hatte dies in der vergangenen Woche in einem Eilverfahrung per Einstweiliger Verfügung angeordnet. Der daraufhin erfolgte Vorschlag zur Nominierung von Bernhardt durch den DSV an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) wurde zurückgenommen. "Die Sache ist endgültig vom Tisch, es wird keine zweite Instanz geben", sagte DSV-Präsidentin Christa Thiel erleichtert: "Wir hatten ein großes Interesse daran, dass sich die Nationalmannschaft auf das Wesentliche konzentriert." Bernhardt selbst war bei der Verhandlung in Kassel nicht anwesend und hält sich zurzeit in den USA auf.
Die Erleichterung beim Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper, war entsprechend groß. "Ich begrüße, dass das Verfahren ein Ende hat und es nicht möglich war, sich auf diese unfaire Weise ins Team einzuschmuggeln", sagte der deutsche Chef de Mission für Peking am Montag. Der DOSB gab zudem bekannt, dass Radsprinter Gerald Ciolek als fünfter Straßenfahrer in Peking dabei sein wird. Die notwendigen Unterlagen waren eingereicht worden.
Damit erhöht sich die Zahl der deutschen Pekingfahrer auf voraussichtlich 437 (243 Männer/194 Frauen). Anhängig sind noch drei mögliche Nominierungen, des Schwimmers Rafed El-Masri, des Dreispringers Charles Friedek und des Wimbledon-Halbfinalisten Rainer Schüttler. Bis Montagnachmittag gab es hier laut Auskunft des DOSB keine neuen Entwicklungen. Am 23. Juli ist beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) Meldeschluss.
Dem Olympia-Start der sportlich qualifizierten Bernhardt-Konkurrentin Anne Poleska steht nun nichts mehr im Wege. Vipa Bernhardt hatte der Olympiadritten von Athen vorgeworfen, dass diese mehrfach in den USA für den Coral Springs Swimclub an den Start gegangen sei. Nach den Statuten des DSV wäre Poleska in diesem Fall bei der Olympia-Qualifikation in Berlin nicht startberechtigt gewesen. Dort hatte sich Poleska über 200 m Brust hinter Sarah Poewe das zweite Olympia-Ticket gesichert. Bernhardt hatte zwar ebenfalls die geforderte Norm unterboten, war aber nur Dritte geworden.
SG Frankfurts Sportdirektor Michael Ulmer erklärte, dass die Gegenseite eidesstattliche Erklärungen von der Präsidentin des Coral Springs Swimclubs sowie von Poleskas Trainer Michael Lohberg sowie weitere Protokolle vorgelegt hätten, die Poleska eindeutig als vereinslos eingestuft haben. "Das Gericht hat uns geraten, den Antrag zurückzunehmen. Das haben wir dann auch gemacht", sagte Ulmer und fügte an: "Man hätte die Sache im Vorfeld klären können, dann wäre der Trubel nicht so groß gewesen."
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