Tennis-Profi fordert Entschuldigung: Schüttler mächtig sauer auf Weltverband
zuletzt aktualisiert: 07.08.2008 - 16:30Peking (RPO). Wimbledon-Halbfinalist Rainer Schüttler hat seinem Ärger Luft gemacht und den Tennis-Weltverband ITF mitsamt dessen Präsidenten Francesco Ricci Bitti in einem offenen Brief zu einer Entschuldigung aufgefordert. "Die Haltung der ITF ist falsch und zeugt von mangelndem Respekt gegenüber meiner Person, dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem CAS", heißt es in dem Schreiben.
Schüttler reagierte damit auf die Stellungnahme der ITF nach der Nominierungsentscheidung zu seinen Gunsten durch das Internationale Sportgericht CAS. Die ITF hatte unter anderem Schüttler Unsportlichkeit vorgeworfen, weil er mit seiner Klage seinen Olympiastart zu Lasten seiner Landsleute Denis Gremelmayr und Michael Berrer durchgesetzt habe.
Außerdem wurden dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der Schüttler nominiert hatte, in der offiziellen Stellungnahme "Verständnislücken" unterstellt. Der DOSB verstehe nicht, "wie Profitennis funktioniert".
Schüttler weist in dem Schreiben auf drei Werte hin, die der Tennissport vermitteln sollte: Respekt für den Mitbewerber, Fairness in der Niederlage und das Eingestehen eigener Fehler: "Das Statement der ITF wird dem nicht gerecht."
Zudem habe es der Weltverband zum dritten Mal in Folge nach Sydney 2000 und Athen 2004 nicht geschafft, klare Regeln hinsichtlich der Olympia-Qualifikation aufzustellen. "Die ITF war nicht fähig, das Turnier professionell vorzubereiten", schreibt Schüttler.
Er habe schon in Athen in seiner damaligen Eigenschaft als Präsident des ATP-Spielerrates auf Unregelmäßigkeiten im Ablauf des olympischen Turniers hingewiesen: "Und was hat das gebracht?"
Den fehlenden Respekt der ITF bemängelt auch Michael Berrer. Als Mitglied des Spielerrates der Profiorganisation ATP will der Stuttgarter sogar dafür eintreten, dass in Zukunft keine Weltranglisten-Punkte mehr bei Olympischen Spielen vergeben werden.
Damit würde eine der wesentlichen Vereinbarungen der letzten Jahre zwischen ATP und ITF aufgekündigt. Weltranglisten-Punkte für Olympiaturniere gab es erstmals 2004 in Athen.
"Es ist eines der Hauptprinzipien der ATP, sich für die Interessen der Spieler einzusetzen", schreibt Berrer, "ich bin überzeugt davon, dass die ITF die Prinzipien des Fairplay und des Wettbewerbs auf eine unangebrachte Weise verletzt hat."
Die Stellungnahme der ITF sei viel zu weit gegangen, schreibt Berrer weiter: "Sie war ärgerlich, unfair und geschmacklos und voller falscher Fakten." Vor Berrer hatte bereits DOSB-Präsident Thomas Bach im Rahmen der IOC-Session ungewöhnlich deutlich Kritik an der ITF geübt.
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