| 21.07 Uhr

Olympia 2016
Springreiter erwischen in der Mannschaft Start nach Maß

Springreit-Equipe nach Tag eins in Führung
Springreit-Equipe nach Tag eins in Führung FOTO: dpa, jwh jgm
Rio de Janeiro. Besser hätte der Start nicht laufen können. Die deutschen Springreiter liegen nach dem Auftakt des olympischen Mannschafts-Wettbewerbes in Rio de Janeiro auf dem ersten Platz. Doch Bundestrainer Otto Becker warnt.

Der Bundestrainer klatschte seinen Assistenten nach der dritten Null-Runde seiner Reiter ab. "Das war ganz, ganz wichtig", sagte Otto Becker am Dienstag nach dem kurzen Freudenausbruch mit Heinrich Hermann Engemann. Ohne Strafpunkt gehen seine Springreiter nun in die entscheidende Runde am Mittwoch in Rio de Janeiro. Becker kündigte an: "Das wird noch eine ganz heiße Kiste."

Die deutsche Mannschaft um Routinier Ludger Beerbaum steht nach dem ersten von zwei Teilen auf Platz eins. Allerdings liegen die USA, die Niederlande und Brasilien mit ebenfalls null Strafpunkten gleichauf. "Ich bin froh, dass es so gut gelaufen ist", kommentierte Becker.
Beerbaum sagte: "Die Ausgangssituation ist super. Aber es ist nicht mehr als eine Wasserstandsmeldung." 

Der erste Tag der Teamwertung begann mit der ersten makellosen Runde von Christian Ahlmann, der mit Taloubet sicher über den Parcours ritt. "Er war sehr frisch und konzentriert", lobte der Reiter aus Marl seinen 16-jährigen Hengst: "Er war sehr kraftvoll und mit einer Super-Kondition."

Ähnlich sah es bei Meredith Michaels-Beerbaum aus Thedinghausen mit Fibonacci aus. "Ich bin erleichtert", gab die in den USA geborene Reiterin zu: "Man spürt den Druck." Nach dem erfolgreichen Auftritt war sie "glücklich und zufrieden". Die als Ersatzreiterin angereiste Michaels-Beerbaum war kurzfristig für Marcus Ehning ins Team gerutscht, dessen Pferd Cornado nicht fit war.

Schon nach dem dritten Reiter war klar, dass das deutsche Team mit dem Optimalergebnis in den zweiten Tag geht. Daniel Deußer blieb mit First Class ebenfalls ohne Strafpunkt. "Das ist uns gut geglückt", sagte der im belgischen Mechelen lebende Hesse. "Es war dann doch einfacher zu reiten als zunächst gedacht."

Nach den drei fehlerfreien Runden war Ludger Beerbaum an der Reihe.
"Der Druck ist für ihn nicht mehr ganz so hoch", sagte Deußer. Doch der 52-Jährige aus Riesenbeck kassierte mit Casello einen Abwurf. Da nur die drei besten Resultate zählen, lieferte der viermalige Olympiasieger das Streichergebnis.

"Hier zählt nur das Team, da könnte es nicht besser aussehen", sagte Beerbaum: "Wenn mir das heute Morgen jemand mit dem Ergebnis hingelegt hätte, hätte ich das unterschrieben." Er sehe "keinen Grund es anders zu sehen". In der Einzelqualifikation hat er allerdings schon acht Strafpunkte, während seine Mitstreiter fehlerfrei sind. Nur die drei besten Paare pro Nation dürfen im Einzel-Finale am Freitag reiten.

Chancen auf das Einzel-Finale haben auch noch die beiden deutschen Reiter im Team der Ukraine. Ulrich Kirchhoff aus Lohne hat wie Beerbaum acht Strafpunkte auf dem Konto, der Emsbürener Rene Tebbel nur einen. Das ukrainische Team schied hingegen aus. Nicht mehr dabei ist auch Paul Schockemöhle mit den vom ihm trainierten Japanern. Auch für Großbritannien, Sieger vor vier Jahren in London, ist der Wettbewerb bereits beendet.

(dpa)
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