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Doppelvergabe der Sommerspiele
Paris und Los Angeles können sich beide auf Olympia freuen

Doppelvergabe: Paris und Los Angeles können sich beide auf Olympia freuen
Los Angeles Bürgermeister Eric Garcetti, IOC-Präsident Thomas Bach und Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris nach der Bekanntgabe. FOTO: dpa, JCB fgj
Lausanne. Los Angelesn Bürgermeister Eric Garcetti und seine Pariser Amtskollegin Anne Hidalgo stürmten Hand in Hand auf die Bühne und nahmen IOC-Präsident Thomas Bach in den Arm.

"Wir wollten einfach nur Danke sagen", meinte Garcetti zu einem sichtlich überraschten IOC-Präsident, der seine Rede unterbrechen musste.

Mit der Doppelvergabe der Olympischen Sommerspiele 2024 und 2028 an Paris und Los Angeles machte das IOC am Ende eines langen Tages im Convention Center von Lausanne beide Bewerber glücklich - die müssen sich jetzt noch mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) über die Reihenfolge der Austragung bis zur IOC-Session Mitte September in Lima/Peru einigen.

Bach sprach von einer "goldenen Gelegenheit" für das IOC. Die olympische Bewegung habe nun elf Jahre Zeit, das sei in weltpolitisch unruhigen Zeiten ein seltenes Privileg. "Welche große Organisation hat so viel Stabilität", fragte der 63-Jährige, der das Vertrauen der IOC-Mitglieder mit dem Tag seiner Wahl als IOC-Präsident im Jahr 2013 verglich.

Zu den Verhandlungen mit Paris und Los Angeles meinte Bach: "Wir werden morgen damit starten. Ein Ergebnis könnte im August vorliegen." Sollten sich die Städte nicht über die Reihenfolge der Ausrichtung einigen, kommt es doch zu einer Kampfabstimmung zwischen Paris und LA - aber nur für 2024.

Letztlich hatte das IOC ohne Gegenstimme die erste Doppelvergabe seit 100 Jahren beschlossen. Mit der Änderung reagierte das IOC auf die Tatsache, dass es nur noch wenige gute Kandidaten für die Ausrichtung von Olympia gibt.

Und um keinen der zwei verbliebenen Bewerber für 2024 zu verärgern, hatte Bach den Plan von der Doppelvergabe in die Vollversammlung gebracht. Mehrere Städte wie Boston, Budapest, Rom und auch Hamburg waren im Vorfeld wegen zu hoher Kosten oder der fehlenden Unterstützung in der Bevölkerung aus dem Rennen für 2024 ausgestiegen.

Paris und Los Angeles gaben sich wenige Stunden zuvor bei den Präsentationen ihrer Bewerbungen vor den IOC-Mitgliedern kämpferisch, zeigten aber auch Verständnis für den Plan der Doppelvergabe. "Wir treten mit dem besten Projekt für 2024 an. Aber wir sind auch offen für Gespräche und die Idee von Thomas Bach", sagte Co-Bewerbungschef Tony Estanguet.

Paris und Los Angeles erhielten viel Applaus für ihre Präsentationen. Für die Franzosen, die die Spiele zuletzt 1924 ausgerichtet hatten, war Staatspräsident Emmanuel Macron eigens nach Lausanne gekommen und versprach den IOC-Mitgliedern: "Wir wollen der Welt zeigen, wozu Frankreich imstande ist. Paris ist die richtige Stadt für Olympia."

Auch Los Angeles, 1932 und 1984 schon Ausrichter von Sommerspielen, hatte sich mit breiter Brust am Genfer See gezeigt. "Wir bieten eine Stadt, die bereit ist. Wir bieten Spiele ohne ausufernde Kosten und mit großer Nachhaltigkeit", sagte Casey Wasserman, Chef des Bewerbungskomitees von LA 2024.

Doch die IOC-Mitglieder hatten auch Zweifel. So bemerkte die russische Stabhochsprung-Ikone Jelena Issinbajewa: "Sie können uns die besten Präsentationen geben, aber elf Jahre zwischen Entscheidung und den Spielen sind eine lange Zeit, in der viel passieren kann."

Zuletzt hatte es vor 100 Jahren eine Mehrfach-Vergabe von Sommerspielen gegeben. Damals erhielten Paris und Amsterdam vom IOC die Spiele 1924 und 1928 zugeteilt, später noch Los Angeles für 1932. In den letzten Jahren wurden die Spiele jeweils sieben Jahre vor ihrer Ausrichtung vergeben.

(sid)
 
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