Bei den Olympischen Spielen: Erste deutsche Sportlerin will protestieren
zuletzt aktualisiert: 20.03.2008 - 15:44Düsseldorf (RPO). Die deutsche Stabhochspringerin Anna Battke will bei den Olympischen Spielen im August in Peking gegen das Vorgehen Chinas in Tibet protestieren. "Was derzeit in Tibet passiert, ist einfach nur traurig", sagte die 23 Jahre alte Psychologiestudentin in einem Interview mit dem "Spiegel". Die Wettbewerbe in Peking würden den Athleten ein hohes Maß an Öffentlichkeit bieten: "Da ist es die Pflicht von Sportlern, auf Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen."
Die Springerin vom USC Mainz könnte sich vorstellen, dass sich alle Athleten bei der Eröffnungsfeier in Peking als "Weltteam" verkleiden, eine Gruppe als tibetische Mönche, die andere Gruppe als chinesische Regierungsbeamte. "Dann könnten wir uns symbolisch die Hände reichen", sagte Battke.
Eine gemeinsame Aktion mit den anderen Olympiateilnehmern hält sie jedoch für unwahrscheinlich. "Vielen ist im Zweifel ein schöner Olympiasieg wichtiger", sagte sie. Davon will sie sich jedoch nicht abhalten lassen: "Ich lasse mir auf jeden Fall etwas einfallen."
Die olympische Charta verbietet jeglich Art von politischer Propaganda bei den Spielen. Anna Battke hatte sich bei den Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften Anfang März in Valencia mit einem Filzstift "Stop Doping" auf den Bauch geschrieben. Sie muss sich bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg (5. und 6. Juli) noch für die Olympische Spiele qualifizieren.
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