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Langjähriger Spitzenfunktionär
Gäb legt gegen Bach und IOC nach

Hans Wilhelm Gäb erneuert Kritik an IOC und Thomas Bach
Hans Wilhelm Gäb hat seine Kritik am IOC und Präsident Thomas Bach erneuert. FOTO: ddp, ddp
Düsseldorf. Der langjährige Sport-Spitzenfunktionär Hans Wilhelm Gäb hat seine Kritik am Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und Präsident Thomas Bach erneuert. "Den Sport von der Politik zu trennen, ist sicherlich nicht möglich. Aber in dem Moment, wo eine Sportorganisation kriminell handelt und den gesamten Weltsport betrügt, dann muss ich sanktionieren", sagte Gäb im Interview mit Sky Sport News HD.

Der frühere Chef der Stiftung Deutsche Sporthilfe hatte zuvor aus Protest gegen die IOC-Entscheidung zum Startrecht russischer Athleten bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro trotz Staatsdopings seinen Olympischen Orden zurückgegeben. "Das IOC hat bewiesene Kriminalität nicht sanktioniert und damit gegen die Prinzipien des olympischen Sports verstoßen: Nämlich Fairness", sagte Gäb. Hier sei Diebstahl passiert, hier habe ein Staat 100 Sportler gedopt und wenn das nicht sanktioniert werde, seien die Ideale des Sports verraten.

Gäb räumte mit Blick auf Bach zwar ein, dass es schwierig sei eine internationale Sportorganisation zu führen. "Aber wenn Kriminalität in diesem Umfang vorliegt und die eigene Organisation des IOC diesen Betrug aufdeckt, wenn ich also die eigenen Enthüllungen nicht ernst nehme und nackte Kriminalität sehe, aber nicht handele – da ist die Grenze überschritten."

Gäb nahm auch Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), ins Visier. "Ich verstehe gut, dass man manchmal elastisch sein muss. Wenn Hörmann gesagt hätte 'Ich hätte mir da eine andere Entscheidung vorstellen können', wäre er damit durchgekommen. Aber zu sagen 'Diese Entscheidung ist fair und gerecht', ist ein Schlag ins Gesicht für alle Leute, die sich um einen sauberen Sport bemühen", sagte Gäb.

(sid)
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