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Olympia-Kolumne
Die wahre Größe eines Sportlers

Die deutschen Medaillen-Gewinner
Die deutschen Medaillen-Gewinner FOTO: dpa, hpl
Es gibt Menschen, die geben vor, sie seien sensibel. Dabei sind sie nur empfindlich. Die erleben wir im Sport wie auch im richtigen Leben nicht selten. Sie können ziemlich unangenehm sein, weil sie mitunter eine miese Stimmung verbreiten.

Dann gibt es Menschen, die sind lang, was die Körpergröße betrifft, aber nicht groß, was ihre Persönlichkeit anlangt. Zu dieser Spezies gehört der Diskuswerfer Christoph Harting – trotz seiner unverhofften Goldmedaille im Diskuswerfen. Wir wollen das hier aber nicht weiter vertiefen.

Die ausgesprochenen Glückspilze sind natürlich jene, die lang sind und zugleich groß. Die kommen in der Regel bestens durchs Leben. Als Beispiel fällt einem da unversehens der Basketballer Dirk Nowitzki ein, der als überragender Sportler zugleich ein ausgesprochen einnehmendes Wesen hat.

Es gab Zeiten, in denen auch der Tennisspieler Boris Becker diesem Kreis zugerechnet wurde. Seine sportlichen Erfolge müssen wir nicht mehr besonders würdigen, das ist hinreichend geschehen. Seine Länge ist auch einigermaßen beträchtlich. Und dann war da noch diese Ausstrahlung, die nicht nur sein früherer Manager Ion Tiriac als Charisma empfand. Mittlerweile hat der einstmals 17jährigste aller Leimener leider eine Menge davon eingebüßt.

Jetzt kommen wir noch zu den kurzen, im Sinne von kleinwüchsigen Menschen, die groß sind, weil sie Großes vollbracht haben. Es gab einst einen US-Sprinter namens Ira Murchison, der in den 1950er-Jahren der schnellste Mann der Welt war. Er lief die 100 m in 10,1 Sekunden. Das war Weltrekord. Den unterbot ein gewisser Armin Hary erst 1960 um eine Zehntelsekunde. Murchison war 1,58 m lang – oder besser: kurz.

Seit dieser Woche haben wir wieder einen Kurzen, der ziemlich groß ist. Er heißt Fabian Hambüchen und misst 1,63 m, einst wurde er zur besseren Einordnung als Turnfloh tituliert. Er hat bei den Olympischen Spielen in Rio seine bemerkenswerte Karriere mit dem nach vielen Verletzungen nicht mehr für möglich gehaltenen Gewinn der Goldmedaille am Reck gekrönt.

Das verdient größten Respekt - wie auch seine Haltung nach diesem Triumph.

Quelle: RP
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