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Bis 2022
Landessportbund will 40 Millionen Euro mehr vom Land NRW

Bis 2022: Landessportbund will 40 Millionen Euro mehr vom Land NRW
LSB-Präsident Walter Schneeloch (Archiv). FOTO: Lothar Berns
Exklusiv | Düsseldorf. Der Sportbund NRW verlangt von der neuen Landesregierung eine deutliche Aufstockung der finanziellen Mittel. Im Rahmen des 2017 auslaufenden "Pakt für den Sport" unterstützt NRW den Landessportbund derzeit jährlich mit 45 Millionen Euro.

"Wir fordern 40 Millionen Euro mehr für den Sport in den kommenden fünf Jahren. Wir haben genauestens nachgewiesen, warum wir das Geld brauchen. Ein Teil davon ist für den Leistungssport, ein weiterer für Aufgaben an der Basis. Dazu gehört die Betreuung von Angeboten in Schulen und in Vereinen durch Fachkräfte, die bei unseren Mitgliedsorganisationen angestellt sind", sagte Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbundes, unserer Redaktion.

Er sei optimistisch, bis Ende des Jahres eine diesbezügliche Vereinbarung zu erreichen, für den Fall eines Scheiterns entsprechender Verhandlungen stellte Schneeloch aber einen Protest des organisierten Sports in Aussicht. "Dann wird der Sport offensiv und wird seine Mitglieder mobilisieren", sagte er. 

Schneeloch knüpft Olympia-Bewerbung an Bedingungen

Einer möglichen NRW-Olympia-Bewerbung für die Sommerspiele 2032 steht Schneeloch positiv gegenüber, fordert dafür aber in den kommenden Jahren eine Vorleistung der Politik. "Das Land NRW hat bis 2025 die Chance, zu zeigen, welcher Wert auf die Sportentwicklung gelegt wird. Welcher Wert hat der Sport für die Politik, für die Gesellschaft in diesem Land? Das könnten sie sehr gut aufzeigen, zum Beispiel mit einem Förderprogramm, wo 200 Millionen Euro jährlich in den Sport fließen, um den Sportstätten-Sanierungsstau zu beheben. Es kann nicht nur darum gehen, Großveranstaltungen nach NRW zu holen, um zu glänzen. Es gibt auch an der Basis viel zu tun", sagte Schneeloch.

Gleichzeitig kritisierte Schneeloch das Vorgehen von Sportvermarkter Michael Mronz hinsichtlich einer Olympiabewerbung. "Herr Mronz versteht sein Geschäft. Er hat das Thema sehr prominent gespielt und hat ja auch in Ministerpräsident Laschet einen wichtigen Befürworter. Was etwas aus dem Blick geraten ist, wer eigentlich für das Thema zuständig ist: nämlich der DOSB entscheidet, ob und mit welcher Stadt sich Deutschland um die Spiele bewirbt."

Mronz verteidigt sein Olympia-Konzept

Mronz wies derweil zuletzt aufgekommene Kritik an seinem Konzept wegen des Fehlens einer Weltstadt zurück. Bislang sehen die Bewerbungskriterien des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) eine Host-City vor. Dabei handelte es sich in der Regel um Städte von Weltruf.

"IOC-Präsident Thomas Bach will mit der Agenda 2020 unter anderem das Bewerbungsverfahren reformieren und auf mehr Nachhaltigkeit und Kostensenkung setzen. Das könnte ein Momentum für eine nachhaltige Bewerbung NRWs 2032 sein. Bis dahin wird sich vieles ändern, auch deshalb braucht ein Olympia-Konzept nicht zwingend eine führende Weltstadt, zumal sich eine Rhein Ruhr Olympic City als Metropolregion nicht hinter London, Paris oder L.A. verstecken muss", sagte der Kölner Sport- und Event-Manager dem SID.

Wirtschafts-Professor und Ruder-Olympiasieger Wolfgang Maennig hatte im SID-Interview eine Bewerbung mit der Region Rhein/Ruhr als chancenlos eingestuft. "In der Regel vergibt das IOC nur Spiele an Weltstädte mit mehr als zwei Millionen Einwohnern - und das sind weder Köln, Düsseldorf, Essen oder Dortmund", hatte Maennig gesagt.

In der Tat wurden die letzten Sommerspiele (Rio de Janeiro/2016, London/2012, Peking/20208) immer an Weltmetropolen vergeben. Im Zuge der Reform soll es aber auch möglich sein, dass sich Regionen bewerben. So könne stärker auf vorhandene Wettkampfstätten zurückgegriffen und Kosten gesenkt werden.

Mronz will in absehbarer Zeit ein erstes Planungspapier seiner Olympia-Initiative vorstellen. Darin enthalten sind auch sämtliche Wettkampfstätten. "Das ist natürlich ein dynamisches Papier, das weiteren Entwicklungen folgt", sagte der Geschäftsführer des Pferdesportfestes CHIO in Aachen.

(gic/sid)
 
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