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Michael Mronz im Interview
"Städtepartnerschaft für Olympische Spiele in der Region"

Michael Mronz will die Sommerspiele 2028 nach Nordrhein-Westfalen holen
FOTO: imago
Düsseldorf. Michael Mronz ist einer der erfolgreichsten Sportvermarkter in Deutschland. Der 49-Jährige träumt davon, die Sommerspiele 2028 nach Nordrhein-Westfalen zu holen. Die Politik ist ganz angetan von dem Gedanken. Von Gianni Costa

Der Sportvermakter hat unter anderem den CHIO, das Reitsportfest in Aachen, zu einer weltweiten Marke gemacht.

Herr Mronz, Sie haben unlängst vorgeschlagen, die Olympischen Spiele in die Region Rhein/Ruhr zu holen. Zuletzt ist die Bewerbung von Hamburg durch einen Bürgerentscheid gestoppt worden. Was macht Sie so zuversichtlich?

Michael Mronz NRW hätte mit einer "Rhein-Ruhr Olympic City"-Bewerbung die notwendigen Strukturen und Voraussetzungen dazu. Für Olympische Spiele in einer Städteregion müsste nicht die Infrastruktur wie in einer einzelnen Stadt neu gebaut werden. Wir können mit intelligenten Ideen das Vorhandene nutzen.

Jedes Bewerbungskomitee verspricht, dass nur geringe Kosten anfallen - und am Ende reicht das Budget doch nicht aus. Warum sollte diesmal alles anders werden?

Mronz Weil die Sportstätten zu circa 70 Prozent schon vorhanden sind. Das macht es ja so reizvoll und überzeugend.

Was hat denn ein Bürger an Rhein und Ruhr konkret davon, wenn Olympische Spiele in der Region stattfinden würden?

Mronz Dass in Schulen, Sportstätten, Straßen und Brücken investiert wird, dass Gelder bereitgestellt werden, die es sonst so nicht geben würde. Bei alledem muss man transparent sein, nachhaltig und ökologisch konzipieren und die Menschen frühzeitig einbeziehen. Nur so gewinnt man Vertrauen. Ein Milliardenpublikum wird auf NRW schauen, ein Bundesland, dass sich mitten in einem gigantischen Strukturwandel befindet. Wir reden bei der Rhein-Ruhr Olympic City von einem Gebiet mit rund zehn Millionen Einwohnern auf über 7000 Quadratkilometern. Das ist vergleichbar mit Tokio oder Los Angeles.

Düsseldorf hatte sich für die Ausrichtung der Spiele 2012 beworben, unterlag aber im nationalen Entscheid gegen Leipzig. Wäre die Landeshauptstadt auch diesmal wieder der zentrale Standort?

Mronz Genau das nicht. Wir werden nur Erfolg haben, wenn wir als Städteregion "Rhein-Ruhr Olympic City" die Idee einer nachhaltigen städteübergreifenden Bewerbung ins Auge fassen und sich dabei alle auf Augenhöhe begegnen. Es gibt zahlreiche fertige Stadien, die die Sportarten perfekt präsentieren könnten. In Mönchengladbach gibt es ein Hockeystadion für 12.000 Zuschauer. Handball könnte vor 60.000 Zuschauern in der Veltins-Arena auf Schalke ausgetragen werden. Oder in der Esprit-Arena könnte ein temporäres Schwimmbecken errichtet werden. So könnten sich alle Sportarten vor gigantischen Kulissen präsentieren, was weltweit einzigartig wäre.

Für welche Spiele wäre eine Bewerbung denn überhaupt realistisch?

Mronz Das hängt davon ab, wer im September 2017 den Zuschlag für die Spiele 2024 bekommt. Sollte sich ein europäisches Land durchsetzen, ist eine Bewerbung für 2028 nicht realistisch. Wenn nicht, sollten wir ernsthaft überlegen, 2019 in eine Bewerbungsphase einzusteigen. Der DOSB hat recht, dass es aktuell keinen Entscheidungsbedarf gibt.

Haben Sie denn ausreichend Unterstützer beisammen?

Mronz Es gab viele positive Rückmeldungen auf die grundsätzliche Idee Rhein-Ruhr Olympic City - aus der Mitte der Gesellschaft über die politischen Parteien bis hin zur Ministerpräsidentin.

Das IOC hat sich lange dagegen gesperrt, dass Spiele in Städtepartnerschaften veranstaltet werden.

Mronz Stimmt, aber die Ausschreibungskriterien haben sich geändert. Mittlerweile sind Bewerbungen von Regionen zulässig und sogar gewünscht. IOC-Präsident Thomas Bach hofft zum Beispiel darauf, dass sich Südostasien gemeinschaftlich für die Austragung der Sommerspiele bewirbt. Es hat auch beim IOC ein Umdenken gegeben. Daher glaube ich, dass man nur eine Chance hat, wenn man ein nachhaltiges Konzept präsentiert.

Gianni Costa führt das Gespräch

Quelle: RP
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