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Olympia in Rio
Das schlechteste Publikum der Welt

Olympia 2016: Das schlechteste Publikum der Welt
Die Fans in Brasilien unterstützen häufig nur ihre Sportler. FOTO: dpa, ss
Meinung | Rio de Janeiro. Zur Erinnerung: In Rio de Janeiro finden derzeit die Olympischen Spiele statt. Wenn man bisweilen die Übertragungen im Fernsehen verfolgt, kann man eher den Eindruck gewinnen, es handele sich um eine Carioca-Stadtmeisterschaft. Von Gianni Costa

Wenn kein brasilianischer Teilnehmer am Start ist, sind die Zuschauerränge in der Regel nur spärlich gefüllt. Das ist allerdings das geringere Übel. Denn sobald auch nur im entferntesten die Chance besteht, dass eine Medaille für Brasilien in Griffweite ist, wird fast schon feindselig Stimmung gegen das übrige Teilnehmerfeld gemacht.

Das war besonders erschreckend beim Turnen zu beobachten. Es ist total legitim, dass ein Heimpublikum Athleten aus dem eigenen Land unterstützt. Es ist vollkommenen verständlich, dass Diego Hypolito und Arthur Mariano frenetisch angefeuert wurden, die Silber und Bronze gewannen. Es war allerdings an Armseligkeit nicht mehr zu überbieten, was das Publikum machte, als die ärgsten Kontrahenten aus Großbritannien und den USA auf der Matte ihre Übungen präsentierten. Jeder Fehler wurde bejubelt, jeder Punktabzug beklatscht, als gäbe es kein Morgen mehr. Auch bei anderen Disziplinen wurde der Gedanke des Fairplay mit Füßen getreten. Wie beim Tennis wurde bewusst reingerufen, um die Konzentration des ungeliebten Sportlers zu stören.

Das hat nichts mit "südamerikanischer Begeisterung" zu tun. Das hat nichts mit frenetischer Stimmung zu tun. Das ist einfach nur peinlich.

(gic)
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