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Olympia
Kanuslalom-Trainer Henze nach Autounfall in Lebensgefahr

Olympia 2016: Deutscher Kanu-Trainer nach Autounfall in Lebensgefahr
Stefan Henze FOTO: dpa, kno nic
Schock für das deutsche Olympiateam: Kanuslalom-Trainer Stefan Henze schwebt nach einem schweren Verkehrsunfall in Rio de Janeiro in Lebensgefahr. Dies bestätigte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Freitagnachmittag (Ortszeit).

Der Trainer kämpfe nach einer Notoperation um sein Leben, bestätigte am späten Abend in Rio auch Kanu-Präsident Thomas Konietzko in seinem Blog. "Die Olympischen Spiele haben für unser Team ihre Leichtigkeit und Bedeutung verloren, betet mit uns oder drückt die Daumen, dass unser Trainer seinen bisher besten Kampf gewinnt", schrieb er. Konietzko bat anschließend um Verständnis, dass er seinen Blog vorerst einstelle.

Am Freitagabend beim täglichen Empfang im Deutschen Haus im Stadtteil Barra, wo sich auch der Unfall ereignet hatte, war die Stimmung gedrückt. "Wir würden gerne gute Nachrichten verbreiten, aber wir können nur Daumen drücken und beten", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Wie der Dachverband des deutschen Sports mitteilte, habe der 35-Jährige ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. "Seine Kopfverletzungen sind nach Angaben der Ärzte lebensbedrohlich. Er wurde nach dem Unfall von den brasilianischen Stellen professionell notversorgt und ins nächstgelegene Krankenhaus transportiert", hieß es in einer Pressemitteilung des DOSB.

Nach Feststellung der Schwere der Verletzungen sei Henze in eine Klinik mit neurochirurgischer Spezialabteilung verlegt und dort unverzüglich notoperiert worden. Dabei handelt es sich nach SID-Informationen um die Städtische Klinik Miguel Couto, die im Stadtteil Leblon nahe der olympischen Ruderstrecke liegt.

Das deutsche medizinische Team um den leitenden Olympiaarzt Prof. Dr. Bernd Wolfarth sei "in ständigem Austausch mit den behandelnden Ärzten", teilte der DOSB mit. Der tief betroffene Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV), Thomas Konietzko, wollte sich auf SID-Anfrage zunächst nicht äußern.

Der aus Halle an der Saale stammende Henze war früher selbst erfolgreicher Slalom-Kanute. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gewann er im C2 mit Marcus Becker Silber, 2003 war das Duo Weltmeister, 2008 Europameister mit dem Team. In Rio betreute Henze Melanie Pfeifer (Augsburg), Starterin im Kajak-Einer.

Umgehend nahmen auch andere deutsche Teams in Rio Anteil am Schicksal des Verunglückten. "Bei aller Freude über unseren Sieg denken wir an Kanuslalom-Trainer Stefan Henze nach dem schwerem Verkehrsunfall in Rio!", twitterte der Deutsche Hockey-Bund (DHB), kurz nachdem das Männerteam den Erzrivalen Niederlande mit 2:1 bezwungen hatte.

Freude der Dressurreiter getrübt

"Aus Respekt vor dem schwer verunglückten Stefan Henze und seinen Angehörigen haben wir uns etwas zurückgehalten", sagte Reiterin Isabell Werth nach dem Mannschafts-Gold in der Dressur: "Angesichts einer solchen Tragödie wollten wir nicht rumhüpfen."

Der bei dem Unfall leicht verletzte Sportwissenschaftler Christian Käding, der auch zum Team der Slalom-Kanuten gehört, ist nach DOSB-Angaben bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. "Ihm geht es den Umständen entsprechend gut", teilte der DOSB mit.

Zuvor hatte eine Sprecherin des städtischen Gesundheitsamts von Rio de Janeiro dem SID zu den Verletzungen von Henze gesagt: "Sein Zustand ist kritisch. Der Mann wurde einer neurochirurgischen Operation unterzogen."

Der Unfall hatte sich am frühen Freitagmorgen ereignet. Henze und Käding saßen in einem Taxi, als der Unfall passierte. Dies bestätigte auch das Organisationskomitee der Spiele.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) schaltete sich ein und bot medizinische Hilfe an. "Das IOC hat mit Besorgnis von dem Unfall erfahren und wünscht den Betroffenen alles erdenklich Gute", sagte ein IOC-Sprecher.

(sid)
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