| 22.08 Uhr

Russen bei Olympia 2016
Start oder Olympia-Bann? Die Positionen der Fachverbände

Olympia 2016: Die Positionen der Fachverbände zum Fall Russland
Swetlana Kusnezowa darf in Rio spielen. FOTO: afp
Das Internationale Olympische Komitee hat das russische Team trotz des nachgewiesenen Staatsdopings nicht komplett von den Spielen in Rio ausgeschlossen. Gefragt sind nun die Fachverbände.

Die einzelnen Positionen der Verbände:

SCHWIMMEN: Sieben russischen Schwimmern bleibt nach einer Entscheidung des Weltverbandes FINA die Olympia-Teilnahme verwehrt. Zu den vier von Russland bereits zurückgezogenen Schwimmern gehört Weltmeisterin Julija Jefimowa.

GEWICHTHEBEN: Der Gewichtheber-Weltverband IWF forderte zunächst "weitere Aufklärung" durch das IOC, bevor er eine Entscheidung treffen will.

TISCHTENNIS: Eine spezielle Kommission des Weltverbandes ITTF soll über das Startrecht eines russischen Trios befinden.

TURNEN: Der Weltverband FIG kündigte an, umgehend auf die Bedingungen des IOC zu reagieren. Man werde einen "Pool der qualifizierten russischen Athleten" etablieren. Trend: Alle nominierten Russen dürfen in Rio starten.

TENNIS: Der Weltverband ITF will allen nominierten russischen Spielern das Startrecht für Rio erteilen. Superstar Maria Scharapowa ist wegen Meldonium-Einnahme gesperrt.

RINGEN: Der Weltverband UWW hat eine vierköpfige Kommission ins Leben gerufen, die über eine Teilnahme russischer Athleten an den Olympischen Spielen entscheiden soll. Die "Sonderkommission" soll sich eingehend mit dem McLaren-Report beschäftigen und bis Donnerstagabend entschieden, welche Sportler ein Olympia-Startrecht erhalten. 17 russische Ringer sind qualifiziert. ROK-Chef Schukow erklärte bereits, dass der zweimalige Weltmeister Viktor Lebedew nicht starten dürfe.

MODERNER FÜNFKAMPF:  Der Weltverband UIPM schließt zwei russische Sportler aus. Der frühere Welt- und Europameister Ilja Frolow sowie Maxim Kustow dürfen in Rio de Janeiro nicht starten, weil sie im McLaren-Report erwähnt werden. Starten dürfen hingegen Aleksander Lesun, viermaliger Weltmeister und Nummer eins der Weltrangliste, sowie die frühere WM-Zweite Donata Rimshaite und auch Gulnas Gubajdullina.

SCHIESSEN: Fälschlicherweise waren im WADA-Report auch drei Dopingfälle von Sportschützen aufgeführt. Allerdings hatte der Weltverband ISSF diese positiven Fälle im Vorfeld aufgearbeitet und geahndet. Alle 18 qualifizierten russischen Schützen dürfen starten.

JUDO: Der Judo-Weltverband IJF sprach sich früh dafür aus, russische Sportler in Rio antreten zu lassen.

BOGENSCHIESSEN: Der Weltverband (World Archery) teilte bereits mit, dass die drei Russen Tuiana Daschidorschewa, Xenia Perowa und Inna Stepanowa am olympischen Turnier teilnehmen dürfen.

LEICHTATHLETIK: Hier darf nach dem Entscheid des Sportgerichtshofs CAS kein Russe in Rio starten. DLV-Präsident Clemens Prokop hält indes die IOC-Entscheidung, ehemalige russische Doping-Sünder generell nicht bei den Rio-Spielen starten zu lassen, für rechtswidrig.

BADMINTON: Der Weltverband BWF will noch über die Teilnahme der vier qualifizierten russischen Spieler befinden.

BOXEN: Der Weltverband AIBA ließ wissen, dass es bei den elf in Frage kommenden russischen Startern eine Einzelfallprüfung geben soll. Die endgültige Liste soll dem IOC "zu gegebener Zeit" vorgelegt werden.

KANU: Russlands Olympiasieger Alexander Djatschenko wird in Rio seinen Erfolg von 2012 nicht wiederholen können. Djatschenko wurde vom Weltverband ICF suspendiert. Bis zum Abschluss weiterer Untersuchungen wurden zudem Djatschenkos Teamkollegen Elena Anjuschina, Natalja Podolskaja, Andrej Kraitor und der Olympia-Dritte Alexej Korowaschkow vorerst gesperrt und dürfen auch nicht in Rio starten.

RADSPORT: Der Weltverband UCI will in den kommenden Tagen über die 18 qualifizierten Russen entscheiden.

PFERDESPORT: Die internationale Dachorganisation FEI gab an, dass keiner der fünf qualifizierten russischen Starter mit Doping in Verbindung gebracht wird.

FECHTEN: Der Weltverband FIE, geführt von dem Russen Alischer Usmanow, steht unmittelbar vor einer Stellungnahme, wie er sich im Fall der 16 qualifizierten russischen Fechter entscheidet.

GOLF: Über die Teilnahme einer qualifizierten Russin soll noch entschieden werden.

HANDBALL: Der Trend dürfte so aussehen, dass Russlands für die Spiele qualifiziertes Frauenteam starten darf. Die IHF hat einen Brief an den russischen Handball-Verband geschrieben und um Auskunft über die Aufenthaltsorte der Spielerinnen gebeten, um schnellstmöglich Trainingskontrollen durchführen zu können. Davon hängen weitere Entscheidungen ab.

RUDERN: 20 russische Athleten sowie zwei Steuermänner wurden ausgeschlossen. Nur sechs Ruderer erhielten Grünes Licht für Rio. Das Verband begründete die Entscheidung vor allem mit den Manipulationen im Moskauer Dopinglabor. Die Sportler seien gemäß der Vorgaben des IOC nicht ausreichend von vertrauenswürdigen Anti-Doping-Einrichtungen getestet worden.

SEGELN: Pawel Sozykin, Dritter der 470er-Europameisterschaften von 2015, wurde auf Grundlage des McLaren-Reports gesperrt. Die übrigen sechs für Olympia nominierten russischen Segler dürfen dagegen starten. Da es sich beim 470er um eine olympische Zweimann-Rennjolle handelt, sprach sich der Verband dafür aus, dem russischen Olympia-Komitee ROC die Möglichkeit einer Nachnominierung zu geben.

TAEKWONDO: Zu den drei qualifizierten russischen Teilnehmern wird noch eine Erklärung des Weltverbandes ITF erwartet.

TRIATHLON: Auch in dieser Sportart wird von der ITU in Kürze eine Erläuterung zu den sechs qualifizierten Russen erwartet.

VOLLEYBALL: Die internationale Dachorganisation FIVB geht davon aus, dass Russlands Männer- und Frauenteams starten dürfen. Diesen Rückschluss lässt ein BBC-Bericht zu, nach dem die entsprechenden Dopingtests außerhalb Russlands durchgeführt worden seien.

(dpa)
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