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Kampf um Rio-Ticket
Entscheidung zwischen Obergföll und Molitor

Das ist Christina Obergföll
Das ist Christina Obergföll FOTO: dpa, Bernd Thissen
Amsterdam/Leverkusen. Am Dienstag fällt die endgültige Entscheidung über den deutschen Olympia-Kader. Speerwurf-Weltmeisterin Katharina Molitor vom TSV Bayer Leverkusen muss nach wie vor um ihren Platz bangen. Von Dorian Audersch und Patrick Scherer

Bei den Speerwerferinnen hat der Deutsche Leichtathletik-Verband ein Luxusproblem: Vier Sportlerinnen kämpfen um drei Startplätze in Rio. In der Regel folgt der Deutsche Olympische Sport Bund (DOSB) den Empfehlungen des Verbandes. Christin Hussong aus Zweibrücken hat als deutsche Meisterin das Ticket sicher. Auch Linda Stahl (Leverkusen) ist nach ihrem EM-Silber die Olympia-Teilnahme (ab 5. August) nicht mehr zu nehmen. Bleiben Molitor und Dauerkonkurrentin Christina Obergföll aus Offenburg.

Für Molitor sprechen ihr WM-Titel von 2015 und der vierte Platz bei der EM in Amsterdam, für die sich Obergföll nicht qualifizierte. Letztere liegt allerdings in der Weltrangliste auf Platz sechs, Molitor auf Platz 14. Zudem hat Obergföll mit 64,96 Metern und 63,96 Metern zwei Weiten zu bieten, die über Molitors Saisonbestleistung (63,20 m) liegen.

Vor dem Tag der Entscheidung ist Obergföll öffentlich schon einmal vorgeprescht und hat den Druck auf den deutschen Cheftrainer Idriss Gonschinska erhöht. "Ich habe meine Hausaufgaben gemacht. Ich habe meine Olympiaform unter Beweis gestellt", sagte sie der "Badischen Zeitung" und kündigte an, sich "juristische Unterstützung" für den Fall zu holen, sollte sie nicht nominiert werden. "Im direkten Duell mit Molitor sehe ich mich mit der Nase vorne", sagte die 34-Jährige, die in London 2012 Olympia-Silber und vier Jahre zuvor Bronze gewonnen hatte.

"Das ist eine sehr heikle Entscheidung", sagt Paul-Heinz Wellmann, Geschäftsführer der Leichtathletik-Abteilung des TSV Bayer. "Es ist nicht klar, welche Kriterien der Verband anlegt. Entweder geht es um einen Querschnitt aller Wettkämpfe aus einem größeren Zeitraum oder um die wichtigen Titel und die jeweiligen Leistungen bei den vor Kurzem ausgetragenen großen Turnieren." Die Erfolgsaussichten, sich in den Olympia-Kader zu klagen, schätzt Wellmann indes gering ein: "Wenn die Nominierung offiziell ist, kann man eigentlich nicht mehr vor Gericht ziehen. Dann ist das Ding durch."

Quelle: RP
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