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Ex-Dopingsünder verteidigt sich
Gatlin: "Das System hat funktioniert"

Die großen Leichtathletik-Duelle in Rio
Die großen Leichtathletik-Duelle in Rio FOTO: dpa
Rio de Janeiro. US-Sprintstar Justin Gatlin hat seine Olympia-Teilnahme angesichts seiner Dopingvergangenheit verteidigt. "Ich habe hart gearbeitet, den ganzen Weg von ganz unten, als ich nichts hatte", sagte der große Rivale des sechsmaligen Olympiasiegers Usain Bolt (Jamaika) in einem Interview der amerikanischen Nachrichtenagentur AP. "Ich habe hart gearbeitet, um dahin zurückzukommen, wo ich jetzt bin."

Er verstehe die Kritik an seiner Teilnahme nicht. "Das System hat funktioniert. Ich denke, die Leute müssen aufhören, Richter, Gericht und Henker zu sein und das System seinen Job machen lassen", sagte der 34-Jährige.

Gatlin war 2006 positiv auf Testosteron getestet worden. Als Wiederholungstäter drohte ihm damals eine lebenslange Sperre. Zunächst wurde er für acht Jahre verbannt, später wurde die Sperre auf vier Jahre reduziert. Grund dafür war, dass er gegenüber der amerikanischen Anti-Doping-Agentur als Kronzeuge aussagte. Sein 100-Meter-Weltrekord wurde aus den Listen gestrichen. Seine Goldmedaille von Athen 2004 durfte er jedoch behalten.

Nach seiner Rückkehr wurde Gatlin 2013 Vize-Weltmeister über 100 Meter, 2015 ebenso, in Peking belegte er auch über 200 Meter Rang zwei hinter Bolt. Bei Olympia 2012 holte er zudem Bronze im Sprint. "Ich bin mit der Strafe zurechtgekommen, ich habe mich weiterentwickelt", erklärte er. Gatlin gilt als der größte Konkurrent Bolts beim 100-Meter-Finale am Sonntag (Ortszeit) in Rio de Janeiro.

Die Debatte um seine unrühmliche Vergangenheit war auch deshalb wieder aufgeflammt, weil das Internationale Olympische Komitee (IOC) ehemaligen russischen Doping-Sündern die Teilnahme an den Spielen in Brasilien verwehrt hatte.

(seeg/dpa)
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