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Zika-Virus
Olympia in Rio ohne Athleten aus Kenia?

Hintergrund: Die wichtigsten Fakten zum Zika-Virus
Hintergrund: Die wichtigsten Fakten zum Zika-Virus
Nairobi. Kenia erwägt einen Verzicht auf die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen, sollte sich die Ausbreitung des Zika-Virus zu einer Epidemie entwickeln. "Wir werden das Risiko für unsere Athleten nicht eingehen, sollte sich das Virus weiter ausbreiten", erklärte Kipchoge Keino, der Präsident des kenianischen Olympia-Komitees KOC.

Das durch Stechmücken übertragene Zika-Virus steht im Verdacht, bei einer Infektion von Schwangeren Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) beim ungeborenen Kind auszulösen. Erwachsene können an dem Guillain-Barre-Syndrom erkranken, einer seltenen Nervenkrankheit. Diese kann zu dauerhaften Lähmungen führen.

Am Montag vergangener Woche hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO wegen der rasanten Ausbreitung des Virus den "weltweiten Gesundheitsnotstand" ausgerufen. Derzeit sind vor allem Süd- und Mittelamerika vom Zika-Virus betroffen, es droht aber eine Ausweitung auf andere Kontinente. Nach WHO-Angaben könnten in den nächsten zwölf Monaten bis zu vier Millionen Menschen mit dem Virus infiziert werden.

Die USA wollen deshalb präventiv für ein Drei-Punkte-Prägramm knapp zwei Milliarden Dollar bereitstellen. Die Forschung nach einem Impfstoff soll beschleunigt werden, Programme zur Eindämmung der Plage aufgelegt und den betroffenen Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung geholfen werden. US-Präsident Barack Obama warnte aber vor Überraktionen: "Wir sollten nicht in Panik verfallen."

Besonders betroffen ist das Olympia-Gastgeberland Brasilien. Das US-Olympiakomitee USOC hat seine Athleten zur Vorsicht gemahnt, ihnen sei geraten worden, nicht nach Rio zu fahren, wenn sie Bedenken hätten. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) macht seine Sportler über die Verbandsärzte mit dem Problem vertraut.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird nach Angaben seines Präsidenten Thomas Bach "alles dafür tun, um die Gesundheit aller Teilnehmer zu garantieren". Bach rechnet allerdings offenbar nicht mit schwerwiegenden Problemen während der Olympischen Spiele und verwies dabei auf die günstigen klimatischen Bedingungen. Die Spiele vom 5. bis 21. August finden im brasilianischen Winter statt.

(seeg/sid)
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