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Kuriosum im letzten Olympia-Rennen
Phelps muss sich Silber mit gleich zwei Rivalen teilen

Bilder: Silber-Kuriosum im letzten Einzelrennen von Phelps
Bilder: Silber-Kuriosum im letzten Einzelrennen von Phelps FOTO: dpa, ase
Rio de Janeiro. Der Ausgang des letzten Einzelrennens seiner Karriere war für Michael Phelps sehr speziell. Unschlagbar war seine Teamkollegin Katie Ledecky - und ein Oldie aus der US-Mannschaft trumpfte ganz groß auf.

Das war selbst für Rekordolympiasieger Michael Phelps völlig neu. Im letzten Einzelrennen seiner Karriere musste sich der US-Megastar seinen Silberrang gleich mit zwei jahrelangen Konkurrenten teilen. Hand in Hand stiegen der 22-malige Goldmedaillengewinner, Weltmeister Chad le Clos (Südafrika) und der WM-Zweite Laszlo Cseh (Ungarn) auf das Podest. Drei Sportler auf einem Medaillenrang wie am Freitag (Ortszeit) in Rio - das gab es noch nie bei olympischen Schwimm-Wettkämpfen. "Das war für mein letztes Rennen sehr speziell", sagte Phelps.

Neben diesem hochdekorierten Trio wirkte der 21-jährige Joseph Schooling nach dem ersten Olympia-Gold für Singapur ein bisschen wie ein Nebendarsteller. Vergnügt berichtete der WM-Dritte und in den USA studierende Schooling von seinem Dialog mit Phelps. "Er hat gesagt, guter Job, das war ein großartiges Rennen", erzählte der Olympiasieger über 100 Meter Schmetterling. Vorsichtig fragte er bei Phelps nach, ob es weitere Duelle geben könnte. "Er hat gesagt, auf keinen Fall. Aber wenn er seine Meinung ändert, wäre das ein Spaß.
Ich mag es, gegen ihn zu schwimmen."

Seinen Titel als ältester Olympiasieger über eine Einzelstrecke ist Phelps nach nur wenigen Tagen wieder los. Anthony Ervin holte sich mit 35 Jahren Gold über 50 Meter Freistil - und das 16 Jahre nach seinem ersten Olympiasieg in dieser Disziplin und mehreren Jahren Pause. "Es ist eigentlich absurd, dass ich das wieder schaffen konnte", staunte er nach 21,40 Sekunden und einer Hundertstelsekunde Vorsprung.

Wie Phelps nach viermal Gold wurde auch Ungarns Ausnahmekönnerin Katinka Hosszu bei ihrer Jagd nach Olympiasiegen gestoppt. Die Amerikanerin Maya Dirado schnappte der Ungarin am Freitag (Ortszeit)
über 200 Meter Rücken das vierte Olympia-Gold weg. In 2:05,99 Minuten lag sie sechs Hundertstelsekunden vor Hosszu. "Das ist pure Freude, Überraschung und Aufregung", schwärmte die 23-Jährige. Es war ihre vierte Medaille nach Staffelgold, Silber über 400 Meter Lagen und Bronze über 200 Meter Lagen.

Dagegen war Katie Ledecky über 800 Meter Freistil wieder einmal einsame Klasse. Die Amerikanerin schlug nach 8:04,79 Minuten an und steigerte ihre eigene Bestmarke um 1,89 Sekunden. Die 19-Jährige hatte zuvor über 400 und 200 Meter Freistil sowie mit der US-Staffel über 4 x 200 Meter gewonnen. Insgesamt war es ihr fünfter  Olympiasieg. Sarah Köhler aus Frankfurt/Main wurde in 8:27,75 Minuten Achte und war langsamer als im Vorlauf.

Die deutsche Meisterin berichtete von einem tragischen Vorfall am Renntag. "Leider ist heute Mittag etwas Einschneidendes passiert, mein Freund musste jemanden wiederleben", sagte Köhler. "Ich habe nach einem Defibrillator gesucht, der erst nach einer halben Stunde aufzufinden war." Nach ihrem Kenntnisstand sei die Person gestorben.

Köhler hatte für eine von sieben Finalteilnahmen der deutschen Schwimmer gesorgt. Damit schneiden die deutschen Schwimmer schlechter als bei ihren acht Endlaufplätzen vor vier Jahren ab. Über 50 Meter Freistil verfehlte Dorothea Brandt als 14. in 24,71 Sekunden das Finale.

(dpa)
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