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Erste Medaille in Rio
Hausding springt zu Bronze und schreibt Geschichte

Hausding holt historische Bronzemedaille
Hausding holt historische Bronzemedaille FOTO: dpa, kno
Rio de Janeiro. Nach seinem historischen Bronze-Sprung winkte Patrick Hausding ins Publikum, verneigte sich und ballte die Faust. Ein paar Minuten musste der Rekord-Europameister noch warten, bis endgültig feststand: 498,90 Punkte reichten im Flutlicht-Finale vom 3-m-Brett für Platz drei und die erste Olympia-Medaille eines deutschen Wasserspringers in dieser Disziplin seit 104 Jahren.

"Ich habe einen sehr guten Wettkampf abgeliefert. Der erste Sprung war nicht so doll, aber dann habe ich alles ausgepackt", sagte Hausding: "Das ist mehr, als man erwarten konnte - so wenig, wie ich wegen Verletzungen in den letzten Wochen trainieren konnte."

Der 27-jährige Berliner musste sich im Maria-Lenk-Stadion von Rio de Janeiro lediglich dem chinesischen WM-Vierten Cao Yuan (547,60) und dem britischen WM-Dritten Jack Laugher (523,85) geschlagen geben. Der Leipziger Stephan Feck war im Halbfinale als 17. gescheitert.

Hausdings Bronze war das erste Edelmetall für den arg gebeutelten Deutschen Schwimm-Verband (DSV) bei den Spielen am Zuckerhut. Diese magere Bilanz können nur noch die Turmspringer in ihren Wettbewerben bei den Frauen (ab Mittwoch) und Männern (Donnerstag) etwas aufpolieren. "Nach zwei vierten Plätzen, der Goldenen Ananas, war es sehr wichtig, dass wir die erste Medaille gewonnen haben", sagte Bundestrainer Lutz Buschkow.

Für Hausding war es nach Silber im Turm-Synchronspringen 2008 das zweite Edelmetall bei Sommerspielen. Der 13-malige Europameister, der zuvor im Synchronspringen vom Brett und Turm jeweils Vierter geworden war, startete in der Tat schwach in den Wettkampf. Beim Zweieinhalb-Rückwärtssalto verpatzte er die Eintauchphase und lag zunächst deutlich zurück. Danach holte er unter anderem mit einem hervorragenden Auerbachsalto und einem noch besseren Viereinhalb-Vorwärtssalto auf.

Die Bedingungen im Finale waren nahezu ideal. Der Wind hatte sich gelegt, das Wasser wieder blau statt grün. In den Runden zuvor waren die Bedingungen deutlich schwieriger gewesen. Im Vorkampf hatten der böige Wind und der kalte Regen für fast irreguläre Bedingungen gesorgt, im Halbfinale die tiefstehende Sonne die Athleten gestört. Zwei Favoriten kamen damit nicht zurecht: Der chinesische Weltmeister He Chao und der russische London-Olympiasieger Ilja Sacharow scheiterten an der Final-Hürde.

"Es ist wie bei einer Herde Rennpferde, die alle nervös werden, weil eines eine Schlange sieht", meinte Bundestrainer Lutz Buschkow zur Schwäche der Favoriten. Auch Hausding hatte sich nur mit Mühe ins Finale gezittert.

Dass sich Deutschlands Vorspringer dennoch aufs Podest gekämpft hat, ist angesichts der großen Verletzungssorgen eine kleine Überraschung. Aufgrund hartnäckiger Schulter- und Knieprobleme hatte Hausding sein Trainingspensum nicht erreichen können. "Vom Brett fehlt mir durch die vielen Trainingsausfälle einfach die Routine", sagte Hausding. Zu Bronze reichte es dennoch.

(ems/sid)
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