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Doppel-Spezialistin ohne Partner
Platzt nun auch der Olympia-Traum von Hingis?

Olympia 2016: Platzt nun auch der Medaillen-Traum von Martina Hingis?
Martina Hingis steht plötzlich für Rio ohne Partner da. FOTO: afp, GB/ACW
Düsseldorf. Mit großen Hoffnungen war Martina Hingis ins Olympia-Jahr gestartet. Doch nun steht die Nummer eins der Doppel-Weltrangliste gut eine Woche vor Beginn der Spiele ohne Partner da. Von Antje Rehse

In der Mixed-Konkurrenz hätte die 35-Jährige mit Roger Federer antreten sollen. Doch Federer, der 2008 in Peking Gold im Doppel gewonnen hatte, muss wegen einer Knieverletzung passen. Einen Tag später die nächste Hiobsbotschaft für Hingis: Auch Youngster Belinda Bencic, die in Rio als Doppelpartnerin für Hingis vorgesehen war, fällt wegen einer Verletzung aus. Und so ist Hingis neben den beiden Verletzten die dritte Leidtragende.

Hingis hat in ihrer Karriere fast alles gewonnen, was man gewinnen kann. Fünf Grand-Slam-Titel holte sie im Einzel, zwölf im Doppel und fünf im Mixed. Doch zu einer Medaille bei Olympia reichte es bislang nie. Vor den Spielen in Rio war sie als große Favoritin gehandelt worden. Hingis und Federer im Mixed? "Kaum zu schlagen", befanden viele. Federer und Hingis sind zwar nicht eingespielt, aber die Tennis-Fähigkeiten der beiden sind unumstritten. Und mit der 19-jährigen Bencic, für die Hingis auch als Mentorin fungiert, war sie schon im Fed Cup erfolgreich.

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Schweizer Team muss umplanen

Doch jetzt sind Hingis und der Schweizer Verband zum Umplanen gezwungen. Als Partner im Mixed steht nach aktuellem Stand lediglich Stan Wawrinka zur Verfügung. Doch der hatte sich bislang in Sachen Doppel-Start bei Olympia stets zurückhaltend gegeben. Im Damen-Doppel sollten Timea Bacsinszky und Viktorija Golubic das zweite Duo hinter Hingis/Bencic bilden. Gut möglich, dass diese Partnerschaft jetzt gesprengt wird. Doch gespielt hat Hingis mit beiden noch nicht. Im Gespräch ist auch eine Nachnominierung von Xenia Knoll und Marco Chiudinelli, um Partner für Hingis zu finden.

"Natürlich hätte ich gerne mit Roger gespielt, doch ich weiß, dass es für ihn eine sehr schwere Entscheidung war und er genauso enttäuscht ist", schrieb Hingis zur Absage von Federer. Über Bencic hat sie sich noch nicht geäußert.

Erfolgreiches Comeback im Doppel

Hingis war 2013 auf die WTA-Tour zurückgekehrt, allerdings nur als Doppelspielerin. Es war bereits ihr zweites Comeback. 2003 war Hingis mit nur 22 Jahren zurückgetreten, 2006 aber wieder da. 2007 trat sie erneut zurück, nachdem sie positiv auf Kokain getestet worden war. Seit dem erneuten Comeback 2013 hat sie sieben Grand-Slam-Titel im Doppel und Mixed gewonnen. Mit ihren indischen Partnern Sania Mirza und Leander Paes bildet sie kongeniale Duos. Doch bei Olympia kann sie mit ihnen natürlich nicht antreten.

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Hingis und die Olympischen Spiele – das war bislang keine Liebesbeziehung. 1996 in Atlanta schied sie im Einzel früh aus, im Doppel reichte es fürs Viertelfinale. Die Spiele 2000 in Sydney ließ Hingis wegen des ungünstigen Termins im September sausen, die weiteren Spiele fielen jeweils in die Zeit, als Hingis grade nicht auf der Profi-Tour aktiv war.

Rio hätte nun der versöhnliche Abschluss werden sollen. Doch angesichts der schwierigen Partnerwahl dürfte es mit einer Medaille nun auch in diesem Jahr schwer werden.

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